HYPE MAGAZINE introducing ROYCE REED & MARILYN HOGGATT

Posted: Januar 11th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: , , , , , , , , , , , | 1 Comment »

Madame Reed / photo: ©Steven Mikulan / by courtesy of Steven Mikulan

Mit einem einzigen Foto fing alles an. Wer sind diese Frauen, die auf den Seiten eines italienischen Modeblogs als Stilikonen gefeiert werden, über deren Privatleben, bis auf ihre Namen, nichts bekannt ist. Die Internet-Recherche führt schnell zu ein paar Videoclips, eingestellt auf “YouTube”!

Darin zu sehen, zwei vom Leben gezeichnete Frauen auf dem Bett eines spartanisch eingerichteten Hotelzimmers. Aufnahmedatum unbekannt. Der Filmende? unbekannt! Die mittlerweile über 80-jährigen Ladies kommen bei der Web 2.0 Generation bestens an. Viele der “Viewer” hinterlassen begeisterte Kommentare. Fast alle beziehen sich auf den Stil und den Habitus der beiden, wobei Royce, die exzentrischere und herrischere des Damen-Duos, zweifellos mehr Bewunderung erzielt. Für ihre Resolutheit, ihre Mondänität, ihren Old-World-Style. Seit über einem Jahr existiert auch eine Facebook-Fanseite, auf der sowohl besagte Videos als auch ein paar Fotos des eigensinnigen Gespanns zu sehen sind.

Die Tatsache nichts über den aktuellen Verbleib der Zwei zu wissen und medial nicht erreichbar zu sein, nährt ihren Mythos und schürt die Begierde mehr über die Beiden herausfinden zu wollen.

Ihren genauen Aufenthaltsort kennt Niemand. Es gibt nur Vermutungen aber keine Tatsachen. Ein Kommentarschreiber vermutet die Beiden schon längst “six-feet-under”.

Schließlich der Hinweis auf einen Zeitungartikel aus dem Jahre 1999. Dieser offenbart mehr als ich mir in Erfahrung zu bringen jemals erhofft hatte. Sein Verfasser ist der in Los Angeles lebende Autor Steven Mikulan. Als Gerichtsreporter und Theaterkritiker genießt er in Kalifornien einen exzellenten Ruf. Mikulan und sein Freund Kevin Ackermann, ein Fotograf und Filmemacher, trafen die beiden damals zufällig in einer Bar und waren augenblicklich ebenso von deren Attitüde fasziniert, wie all diejenigen, die erst durch das Internet auf Royce und Marylin aufmerksam wurden.

Vom ersten Moment dieser Begegnung an wusste Mikulan, dass er die zwei Unikate der Öffentlichkeit nicht vorenthalten durfte und begann ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Das Ergebnis ist das faszinierende Porträt zweier in Hollywood gestrandeter Frauen, die in Abhängigkeit zueinander ihr Dasein in einem “shithole” in Downtown fristen und dabei dem Glanz und Glamour einer längst vergangen Ära hinterher hängen. Sein Artikel erscheint erstmal am 4. Juni 1999 in der Wochenzeitschrift LA WEEKLY unter der Überschrift “Forever Fabulous”

Den Namen ihre Unterkunft gibt Mikulan darin nicht Preis. Es kostet ein paar Stunden diesen zu eruieren. Als ich vor einigen Wochen schließlich im “Stillwell Hotel” anrufe und darum bitte mit Mrs. Reed oder wahlweise Mrs. Hoggatt zu sprechen, informiert mich der Rezeptionist knapp, dass die beiden vor etwa einem Jahr ausgezogen sind. Warum, wisse er nicht und auch nicht wohin die beiden gezogen sein könnten. 21 Jahre lang haben sie im “Stillwell” an der South Grand Avenue zusammengelebt. Doch mein Anruf kommt zu spät. Ich bin enttäuscht und gleichsam aufrichtig um ihr Wohlergehen besorgt. Während meiner Recherchen, aber maßgeblich durch Mikulans Artikel, sind mir die Zwei ans Herz gewachsen. Ich beabsichtige alles Mögliche über die Beiden in Erfahrung zu bringen. Wie einst Steven Mikulan bin ich überzeugt, dass die Geschichte von Royce und Marilyn Verbreitung finden muss. Schon allein deshalb, weil das Bedürfnis nach Ruhm und Wohlstand, gemessen am heutigen Zeitgeist, aktueller scheint als jemals zuvor, aber auch weil wahrer Stil schließlich immer Hochsaison hat!

Die komplette Story in HYPE MAGAZINE No.2 / photo: hype-magazine.com

Die komplette Story in HYPE MAGAZINE No.2

Die Original-Story einschließlich eines erkenntnisreichen Interviews mit Steven Mikulan, einer der letzten Lebenden, der engen Kontakt zu den Beiden unterhielt, gibt es in der am Mittwoch bundesweit erscheinenden zweiten Print-Ausgabe des HYPE MAGAZINE.


VERSTÖREND: PAPARAZZI-ATTACKE AUF KATE MOSS

Posted: September 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , | 6 Comments »

Remember my name – Faaaame” trällerte Sängerin Irene Cara in ihrem Oscar prämierten Hit von 1980, und inspirierte damit Millionen Jugendliche rund um den Globus, sich im Bereich der darstellenden Künste zu verwirklichen, denn nur hier winkt, wofür es sich zu leben lohnt: “Faaaame.

Aufmerksamkeit ist heutzutage eines unserer wertvollsten Güter. So scheint sich der Wert eines Menschen im Jahr 2010 primär an dessen Medienpräsenz zu messen. Es mag zunächst dem Ego schmeicheln, begehrtes Fotomotiv wildfremder Menschen zu sein; all die Aufmerksamkeit, die einem dabei entgegengebracht wird stärkt natürlich das Selbstwertgefühl. Das Blitzlichtgewitter, welches dem Einzelnen in diesem Moment über all die Anderen erhebt und den Abgelichteten zu etwas Besonderem macht, weil er offenbar hat was viele nicht haben aber gerne hätten: Geld, einen schönen Körper, den richtigen Style, einen attraktiven Partner, manchmal sogar künstlerisches Talent und eine medienkompatible Personality. Klingt gut? Gewiss!

Doch alles hat seinen Preis, erst recht der Ruhm, wie das hier zu sehende Video von Kate Moss’ Ankunft am Flughafen von L.A. beweist. Umzingelt von Teleobjektiven, geblendet von den grell aufblitzenden Lichtern der Kameras, eingekeilt zwischen nervlich angespannten und teils rüpelhaften Paparazzi, bahnt sich das Top-Model mit Tochter Lila Grace auf dem Gepäckwagen ihren Weg – und kommt doch nicht so recht vorwärts. Ein Spießrutenlauf auf den kurzerhand die Resignation folgt. Ohne Polizeischutz hat die 36-jährige Britin keine Möglichkeit das Flughafengebäude gefahrenlos zu verlassen. Das stimmt nachdenklich und erinnert ein wenig an Freiwild. Dabei läuft Kate doch gar nicht auf allen Vieren umher.

Wie lautete der Werbesspruch eines People-Magazins gleich nochmal: “In ist, wer drin ist!” Im Falle von Kate Moss müsste der Claim wohl eher lauten: “Hin ist, wer drin ist!”


Berühmt dafür berühmt zu sein – was Daniela Katzenberger von Lagerfeld und Lori Goldstein unterscheidet

Posted: August 6th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | 3 Comments »

working-class“We have class, working class!” verkündete Modegott Karl Lagerfeld einst gegenüber Lori Goldstein, ihres Zeichens Stylistin und in Modezirkeln als eine der besten ihres Fachs geltend. Vor kurzem hat die mittlerweile 67-jährige Stilexpertin in einem Interview mit dem New Yorker Modeblog “fashionista” zwischen den Zeilen einige spannende Aussagen platziert, deren Aktualitätsbezug sich gemessen am gestrigen Auftritt von Daniela Katzenberger in der Sendung von Markus Lanz, beispielhaft bestätigte.

Lori Goldstein
Lori Goldstein

So macht Lori Goldstein auf einen Zustand aufmerksam, der mit Sicherheit kein ausschließliches Phänomen des 21. Jahrhunderts darstellt, aber durchaus als neue globale Volkskrankheut der letzten 5 Jahre gewertet werden kann. Die Rede ist von Ruhmessucht. Von jungen Menschen, die krampfhaft ans Licht der Öffentlichkeit drängen ohne, eine konkrete Leistung oder ein bestimmtes Talent anbieten zu können.

So many people I meet say: what’s with this new generation?” weiß die erfolgreiche Stylistin zu berichten und erzählt, das sie sich selbst primär mit hart arbeitenden Leuten umgebe und gewiss niemanden kenne der auch nur im Ansatz den Wunsch verspürt prominent zu sein. “Nobody I know want’s to be a celebrity“. Ein Statement, das angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit in Goldsteins Bekanntenkreis einen prominenten Namen trägt, zunächst verwundert, sich im Gesamtkontext ihrer Antworten jedoch von selbst erklärt.

So scheint das Umfeld von Lori Goldstein mehrheitlich aus Menschen, die sich mit Leidenschaft ihren vornehmlich “kreativen” Aufgaben widmen, zusammenzusetzen. Künstlerseelen, die eher von Berufung als von Beruf sprechen würden und deren Tätigkeit nicht bloß Mittel zum Broterwerb ist als vielmehr der einzige Weg zur Selbstverwirklichung. Menschen, deren Leben die Kunst, die Mode, die Schauspielerei ist. Denen das Blitzlichtgewitter herzlich egal ist, das Bedürfnis, sich der Welt künstlerisch mitzuteilen jedoch umso wichtiger. Menschen, die der Ruhm nicht in Form von Schlagzeilen heimsucht sondern durch Anerkennung ihres Könnens. Lori Goldstein spricht aus eigener Erfahrung: “Those who keep putting in the hours will be the last ones standing.”

Was für eine überaus optimistische Haltung in Zeiten, in denen zahlreiche Medien mittlerweile Scheiße als Gold verkaufen, mag da manch einer denken.

Eine Untersuchung der Universität Bielefeld, welche Mädchen im Alter von 13 – 16 Jahren nach ihren Berufswünschen befragte, hat ergeben, dass die Mehrheit von ihnen eine Kariere als Schauspielerin, Sängerin, Model, oder eben auch Designerin anstrebt. Berufe die auf den ersten Blick allesamt Medienpräsenz und das schnelle Geld versprechen. Wobei das Motiv, möglichst viel Geld zu verdienen, schon längst nicht mehr im Vordergrund steht. Vielmehr geht es um Aufmerksamkeit, eine Währung, die wesentlich stärker ist als der Euro und von der auch German-Barbie Daniela Katzenberger gegenwärtig profitiert.

Auf die Frage von Markus Lanz wo sie sich in ein paar Jahren sieht, antwortete die populäre Blondine, sie sei heute Model, morgen Schauspielerin und übermorgen Sängerin. Der busenfixierte Jürgen Drews pflichtet ihr bei: “Die Zeiten haben sich eben geändert”. Da hat der König von Mallorca natürlich recht: Schrille Selbstdarsteller, It-Girls, höhere Töchter und Society Ladies sind die Stars im Hier und Jetzt.

Doch nicht jeder mag sich mit dieser Entwicklung abfinden und distanziert sich daher von den billigen Thrill-Suchern. “What we do is not the fluff-it’s not going out to parties, it’s not to be seen.” sagt Lori Goldstein.

Dem stimme ich zu: NOT TO BE SEEN IS THE NEW BLACK!

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