Posted: Juli 4th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Award, Bebelplatz, Berlin Fashion Week, Brandenburger Tor, Designer, Hugo, Marc Jacobs, Modewoche, Society | No Comments »

Let the season begin! Berlin Fashion Week SS 2012 Collections
Ach Du liebe Modewoche, was Du uns wohl in den nächsten Tagen bringen wirst?
Zum neunten Mal in Folge beweist Du -ewiges Stiefkind im internationalen Fashion Week Konsortium- allen Unkenrufen zum Trotz, Standhaftigkeit.
Vom Bebelplatz vertrieben, erstrahlt Dein weißes Kleid ab heute, wie schon bei Deinem Debut im Jahr 2007, nur wenige hundert Meter weiter, vor weltbekannter Kulisse; dem Brandenburger Tor. Inmitten der unkapriziösen Hauptstadt bildest Du vier Tage lang das Zentrum der Eitelkeiten.
Neben unzähligen Bloggern, -Erkennungszeichen: Nerdbrille, Karottenhose und Jutebeutel- werden auch die Parvenüs der Medienbranche wieder die Fotowand mit Mercedes Benz Logo nutzen, um sich ins Gespräch zu bringen. Und das ist auch gut so. Denn, wenn es schwarze Leggings und beigefarbige Zipfelshirts, die in Deinem Inneren so gern den Laufsteg beschreiten, nicht schaffen Dich auf die Titelseiten der lokalen Tageszeitungen zu hieven, dann zumindest aber Beine und Dekolleté von Shermine Shahrivar.
Gewiss, off-site geht es zumeist ein wenig elitärer zu. So auch diese Saison, wenn die Spree-Society auf Isar-Klüngel und Alster-Szene trifft, um in möglichst origineller Location einen Hauch von Hollywood zu schnuppern. Branchenriese HUGO macht’s möglich. Nach Tilda Swinton im Januar, sind wir gespannt, wen die Metzinger dieses Mal einfliegen lassen. Ausnahmsweise sorgt für den bislang glamourösten Akt Deiner Aufführung, liebe Modewoche, mal kein Fashion-Label sondern eine Einzelhandelskette. Mit Marc Jacobs als Schirmherr des von Peek & Cloppenburg initiierten “Designer for Tomorrow” Award, wird Dein Plastikgewand zum Zeitpunkt der Anwesenheit des Stardesigners im Paparazzigerangel vermutlich aus allen Nähten platzen. Doch das ist Dir egal, genauso wie die Frage, ob Mr. Jacobs noch am selben Abend im Berghain seinen Körper zur Schau stellt oder nicht.
Ja, liebe Modewoche, Du bist die Sprödeste unter Deinen Schwestern, auch wenn Du Dich selbst niemals mit Mailand, Paris und New York vergleichen würdest. Irgendwie haben wir uns an Dich gewöhnt. So werden wir Dein Handeln zwar weiterhin kritisch beäugen, geben aber unumwunden zu: wir freuen uns auf Dich!
Mercedes Benz Fashion Week Berlin
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Posted: Juli 16th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: Couture, Daniel Fendler, Deutsche Meisterschule für Mode, London, München, Society, Vivienne Westwood | No Comments »

Daniel Fendler / photo: HYPE magazine
Modeschöpfer Daniel Fendler empfängt Gäste in seinem durchgestylten Atelier eines opulenten Altbaus an Münchens feiner Maximilianstraße stets mit einem offenherzigen Lächeln. Mit gerade mal 28 Jahren gilt der gebürtige Bayer aufgrund seiner edlen Couture-Roben bereits als Lieblingsschneider der Münchner Schickeria.
Zu seiner Klientel zählen Filmschauspielerinnen, Vorstandsgattinnen und Polit-Ladies. Dieser Erfolg basiert auf Können, wie auch auf der unprätentiösen Art des Modemachers. Attitüde ist ihm fremd, bei ihm steht die Kundin im Vordergrund, und nicht das eigene Ego. Die Frage, ob Couture überhaupt noch zeitgemäß ist, stellt sich Daniel Fendler erst gar nicht. Er macht einfach was er am besten kann: elegante Abendroben. Die Kreationen haben ihren Preis, doch seine anspruchsvolle Kundschaft weiß die textilen Unikate in handwerklicher Perfektion zu schätzen. Jede Naht ist so sauber verarbeitet, das man seine Kleider theoretisch auch auf Links tragen könnte, ohne dass dies Jemand bemerken würde.
Dass er Modeschöpfer wurde verdankt er der völlig unglamourösen Tatsache, sich nach seiner Schulzeit mangels Möglichkeiten bei nur zwei Ausbildungsstätten beworben zu haben, von denen die Trachtenschneiderei , ihm, als erste eine Zusage gab. Es folgte ein Studium an der deutschen Meisterschule für Mode in München und ein einjährige Assistenz bei Vivienne Westwood in London.
Zurück in München eröffnete der Jungdesigner mit nur 21 Jahren sein eigenes Ladenlokal in der Münchner Altstadt und wartete dort vergeblich auf Kundschaft. Die ihm zur Verfügung stehenden Gelder waren schnell aufgebraucht. Heute weiß er, dass er sich mit der Selbständigkeit noch ein bisschen mehr Zeit hätte lassen sollen. Doch derartige Erfahrungen machen den Lebenslauf erst interessant und so reifte Daniel Fendler mit seinen Aufgaben.
Heute entwirft er neben edlen Couture-Kleidern auch Designer-Dirndl, die zur Wiesn Saison, reißenden Absatz finden.
Diese sind erhältlich bei Ludwig Beck und ab August auch im temporären “Wiesn Store” im alten Hof 5 in München.
HYPE Chefredakteur Sven Barthel traf Daniel Fendler zu einem persönlichen Gespräch über Mode, Promis und den Vorteil des eigenen Labels.
HYPE: Die Modeszene schwärmt von Berlin, doch Du bleibst in München, warum?
DF: Mein Stil ist klassisch, teils sogar konservativ, das passt meines Erachtens nicht so ganz zur Hauptstadt. Zudem sind meine treuesten Kunden in München beheimatet.
HYPE: Was bedeutet Dir München persönlich?
DF: München ist eine superschöne Stadt. Ich weiß, dass es nicht mehr die Modestadt ist, die sie einmal war, dabei gibt es schon “fashion” in München zu entdecken, man muss nur wissen wo! Klar, München ist nicht London und auch nicht Paris, aber das ist Berlin, modisch gesehen, ja auch nicht! Außerdem, wenn man hier geboren wurde, dann gefällt es einem hier sowieso!
HYPE: Daniel, Du entwirfst Couture und aufwendige Designer-Dirndl, hat die gegenwärtige Rezession eigentlich irgendwelche Auswirkungen auf dein Geschäft?
DF: Bis jetzt Gott sei Dank nicht. Das liegt vermutlich daran, dass die Rezession in München bislang noch nicht wirklich angekommen ist und bis es soweit ist, hoffe ich, dass sich die Krise von selbst wieder erledigt hat.
HYPE: Wie muß man sich die typische Fendler Kundin vorstellen?
DF: Sagen wir mal so, meine Kundinnen sind im Schnitt mindestens 35 Jahre alt, und legen viel Wert auf eine individuelle Note!
HYPE: Muss man reich sein um sich Fendler leisten zu können?
DF: Nicht unbedingt! Man muss halt bereit sein etwas ausgeben zu wollen. Wer aber einen Sinn für Qualität und liebevolle Details hat, ist vielleicht auch bereit für ein Kleid zu sparen.
HYPE: Jetzt mal Butter bei die Fische, was kostet ein Abendekleid von Dir?
DF: Bei der Couture geht’s ab 2000 Euro los, Dirndl sind ab 600 € zu haben.
HYPE: Wieviele Arbeitsstunden braucht es um ein Couture-Kleid zu fertigen?
DF: Ich Durchschnitt zwischen 30 und 55 Arbeitsstunden, wenn alles rund läuft. Für die Herstellung eines maßgefertigten Couture Kleides, sollten Kundinnen von der ersten Anprobe bis zur finalen Fertigstellung mit bis zu drei Wochen rechnen.
HYPE: Siehst Du sich selbst eher als Handwerker oder als Designer?
DF: Eher als Handwerker, ich bestehe gerade zu auf meinem Meistertitel. Bei so manchen Arbeiten von Leuten, die sich Designer nennen und selbständig machen, stelle ich fest, dass die handwerkliche Qualität ihrer Entwürfe stark zu wünschen lässt. Dabei haben die Kunden bei den hohen Preisen für Designermode geradezu ein Recht auf Handarbeit und Qualität . Genau das biete ich!
HYPE: Wo hast Du dein Handwerk gelernt?
DF: Zunächst bei einer Trachtenschneiderin in Priem am Chiemsee.
HYPE: Wann wusstest Du, dass Du Modedesigner werden wolltest?
DF: Nach der Schule musste ich mir für eine Ausbildung entscheiden, viel Auswahl hatte ich dabei nicht. Ich bewarb mich für eine Ausbildung zum Hotelfachmann und zum Damenschneider, der Schneiderbetrieb hatte zuerst zugesagt, also dachte ich: “gut dann mache ich eben dass”. Ich wollte nicht unnöötig Zeit verlieren.
HYPE: Gab es denn keine Anzeichnen in der Kindheit, die erahnen ließen, dass Du eigentlich nur Modemacher werden konntest? Hast Du denn nie Puppen an- oder ausgezogen?
DF: Nein, da muß ich dich enttäuschen, es war wirklich alles ganz unspektakulär. Es gibt keine Vorgeschichte. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe mangels Möglichkeiten eine Ausbildung in einer Schneiderei begonnen. Ich bin da hineingewachsen und habe dann festgestellt, dass es das Richtige für mich ist.
HYPE: Wie ging es dann weiter?
DF: Nach der Ausbildung habe ich an der Deutschen Meisterschule für Mode in München eine Ausbildung zum Modellmacher gemacht und parallel hierzu die Meisterprüfung zum Herren- und Damenschneider abgelegt.
HYPE: Du bist später bei Vivienne Westwood in London gelandet, wie lange warst Du bei ihr und was genau hast Du dort gemacht?
DF: Ich war dort als Designassistent und Schnittmacher tätig. In diesem einen Jahr habe ich insgesamt vier Kollektionen begleitet.
HYPE: Wie hast Du Vivienne Westwood als Person empfunden?
DF: Eigentlich als sehr angenehm. Sie ist längst nicht so durchgeknallt, wie man sich das aufgrund ihres Äußeren vorstellt. Ich möchte fast sagen, dass sie in ihrem Betrieb von allen Designern und Angestellten die Normalste war. In den ersten Tagen habe ich sie auch gar nicht so als die große Vivienne Westwood wahrgenommen.
HYPE: In München gibt es eine Reihe von Society-Schneidern; Gabriele Blachnik, Talbot Runhof, Sonja Kiefer, Susanne Wiebe – wie ist da das Verhältnis untereinander?
DF: Ich verstehe mich mit allen eigentlich sehr gut. Da gibt es keinen Zickenkrieg. Vielen von Ihnen haben schon untereinander zusammengearbeit, mann kennt und respektiert sich!
HYPE: Warum wollen Prominente ihre Kleider eigentlich immer nur leihen aber niemals kaufen?
DF: Nun, die Promis begründen das damit, dass sie Kleider in denen sie einmal abgelichtet wurden aus Imagegründen keine zweites Mal mehr tragen können.
HYPE: Wie wichtig sind Modetrends für deine Arbeit?
DF: Trends spielen für mich nur eine untergeordnete Rolle, meine Kleider sind ja recht zeitlos!
HYPE: Worin liegt der Vorteil eines eigenen Labels?
DF: Ganz klar, du kannst deiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Okay, ganz ohne Kompromisse geht aus Gründen der Wirtschaftlichkeit natürlich auch nicht, aber im Grunde kannst Du dich selbst verwirklichen, das ist sehr befriedigend!
HYPE: Könntest Du dir auch vorstellen angestellt zu arbeiten?
DF: Prinzipiell, wenn mich die wirtschaftliche Situation dazu zwingen würde, ja! Doch aktuell kommt das für mich nicht in Frage, uns gibt es ja schon ein Weilchen und ich hoffe doch sehr, dass das so bleibt!
HYPE: Liest Du Modezeitschriften?
DF: Das ist zeitabhängig. Oftmals blättere ich nur mal schnell durch. Zur regelmäßigen Lektüre gehören aber Vogue, Bunte, Instyle und natürlich der HYPE Blog (lacht).
HYPE: Was nervt so richtig an diesem Job?
DF: Die vielen nächtlichen Arbeitsstunden, sonst nichts! Da bleibt leider wenig Zeit für ein Privatleben.
(Das Gespräch führte Sven Barthel)

Atelier Fendler / photo: HYPE magazine
MODENSCHAU: Daniel Fendler präsentiert seine Wiesn-Kollektion 2009
30. Juli 2009 um 19:30 Uhr
(Haarwerk im Alten Hof, Sparkassenstraße 1, 80331 München)
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