Posted: November 27th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Bambi, Bambi 2009, Iris Berben, Stil | 1 Comment »

Iris Berben / photo: hype-magazine.com
Klamotte hin, Klamotte her, Stil ist nichts was sich in der Einkaufstüte nach Hause tragen lässt. Ein Chanel Kostüm macht aus einer vulgären Frau noch lange keine Lady, wohingegen eine Lady de facto auch im Kartoffelsack bezaubert.
Stil ist eine Geisteshaltung und ein Konglomerat aus Intellekt, guten Manieren, Weltoffenheit und Lebensfreude. Nichts kleidet Frauen besser als Intelligenz, Tiefe, Herzlichkeit und Humor. Das textile Gewand kann dabei immer nur Werkzeug, nie aber Ersatz für mangelhaften Charakter und eine fade Persönlichkeit sein. Schauspielerin Iris Berben vereint Charakterstärke und modisches Gespür par excellence und lässt dabei im Vergleich, so manche prominente Moderedakteurin einfach nur “stylish” aussehen. Mehr davon, bitte!
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Posted: März 30th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: fashion, Gucci, München, Stil | No Comments »
Szenen im Gucci Corner eines Kaufhauses: “Du brauchst unbedingt ne Stoff-Tasche, Leder kanns´te ja nicht ständig tragen!” Ergänzung: ” Die hier kosten auch gar nicht so viel, so um die vierhundert Euro! Antwort: “Echt ? Ja, das ist ja voll nicht viel!”
Das Palaver zwischen zwei Blondinen einer Vierer-Gruppe an einem Samstag Nachmittag im frisch renovierten Oberpollinger. Dialoge ohne Tiefgang unter betuchten Münchner Tussis. Der Rede nicht weiter Wert, könnte man meinen. Doch handelt es sich hier nicht um gut situierte Ehefrauen in ihren Fünfzigern, sondern um sechzehnjährige Teenager. Deren Selbstverständnis im Umgang mit Luxusgütern ist bemerkenswert! Schwellenangst? Fehlanzeige! Diese Kinder wachsen mit der medialen Style Dröhnung ganz selbstverständlich auf und ahmen nach was ihre Eltern ihnen vorleben, Mütter wie Väter gleichermaßen. So wandelt das Quartett unaufgeregt von Shop zu Shop. Mädels mit geröteten Pausbacken, glänzender T-Zone und verkühlter Nasenspitze. Backfische!
Unsexy aber informiert! Sie wissen welche Labels angesagt sind und welche nicht. Sie stöbern bei Prada und gaffen bei Louis Vuitton! Nur beifällig streifen Sie Bottega Veneta, der Laden ist einfach zu klein um sich zu Viert um eine der Ledergelfecht Taschen zu gruppieren. Ebenso ignoriert man Salvatore Ferragamo! Zu alt!
Die markanten Logo Accessoires fesseln die Aufmerksamkeit da schon eher. Doch erst die Metallic Accessoires von MIU MIU vermögen die Begeisterung deutlich, für alle anderen Kunden hörbar, zu heben. Szenen wie diese lassen sich in Großstädten mittlerweile zu Hauf beobachten. Die Teenies von heute sind modisch interessierter als ihre Altersgenossen in den Generationen davor. Diese Entwicklung betrifft nicht nur das weibliche Geschlecht. Auch Jungs interessieren sich heute offen für Mode + Kosmetik ohne sich dabei auch nur im Entferntesten unmännlich zu fühlen. Seit HipHop Stars die Namen internationaler Modelabels in ihre Lyrics einbauen, gilt “dress to impress”. So tragen selbst hartgesottene Kerle mindestens ein Teil mit Designer Signatur am Körper.
Lifestyle- und Boulevard Magazine feiern Designer wie einst Filmstars und berichten entsprechend über die Couture Eskapaden der Red-Carpet Walkerinnen Elvers-Elbertzhagen, Davorka & Co. Dank InStyle, dem Konsumanheizer Blatt aus dem Hause Burda wissen wir was Rihanna wann, wie, wo getragen hat. In Sendungen wie “Are u hot” (man achte auf die Schreibweise) des Musikfernsehsenders VIVA konkurrieren talentfreie Teenies um Anerkennung ohne Leistung. Bewertet werden Body, Face und Personality und das ausgerechnet von Moppel DJ Alex-Christensen, Trash Braut Gülcan und einem unbekannten Friseur! Der Pro7 Quotenhit Germanys Next Top Model bringt selbige zwar nicht hervor, doch dank Bruce Darnell weiß nun auch die pummeligste Melanie aus Hintertupfing, das gar die billigste H&M Tasche” lebäändisch” sein muss, will man diese stilvoll in der heimischen Fußgängerzone vorführen. Vorführen lassen sich in der Hoffnung auf Verbesserung ihrer desolaten Lebenslage auch die teilnehmenden Nerds der Sendung “Das Model und der Freak”. Auch wenn wir Janina Ina Zarella weder auf dem Laufsteg noch in einer Werbekampagne jemals gesichtet haben, glaubt das “Model” zu wissen, was aus einem gewöhnlichen Mann erst einen richtigen Kerl macht. Style ist allerorten und in aller Munde.
Ohne Style verkauft sich nichts mehr. Der Joghurt Becher ebenso wenig wie das Teppichluder. Die Kids wissen dass und ahmen nach, was sie medial serviert bekommen. Aktuell mehr Hülle als Inhalt. Dennoch Style ist natürlich nicht gleich Stil. In Zeiten wo jeder glaubt ihn zu haben und selbst der Kaufhof mit den Begriff für sein biederes Sortiment wirbt, trennt sich hier die Spreu schnell vom Weizen. Das Lager spaltet sich in Connaisseure und Konsumenten, in Profis und Laien, in wenige Individualisten und viele Nachahmer. Unterschiede bleiben nach wie vor sichtbar! Egal wie laut Werbung und Marketing “Stil für Alle” krakeelen. Lediglich die Standards zur Unterscheidung werden höher und damit teurer.
Zu dieser Information gelangt dank Internet auch das Prekariat und zieht nach! Natürlich wollen auch Herr und Frau Jedermann nicht mehr auf ihr Stück Gucci verzichten. Das Bedürfnis der Reichen nach immer teurerer Kleidung steigt somit kontinuierlich. Hauptsache sich abheben vom Pöbel, um dessen teigigen Schmierbauch schon längst die D&G Schnalle spannt.
Die Statussucht beschert den Herstellern von Luxuswaren, und nur diesen, wie bspw. Hermès und Chanel trotz weltweiter Wirtschaftskrise beständig steigende Umsätze. Für all diejenigen, die zwar zu den Connaisseuren zählen, es sich aber schlicht nicht leisten können für einen Pullover € 1000,- hinzublättern, bleibt nur noch die Möglichkeit sich mit Bildung und guten Manieren abzugrenzen. Ohne diese ist der ganze Designer Aufputz ohnehin nichts wert. Sprachduktus und Benehmen verraten mehr über eine Person als deren Sonnenbrille in den Haaren. Hätte das doch bloß jemand den Girlies im Oberpollinger gesteckt: ” Ey Nadja, wie geil, die ham´ die Logo Tücher hier, hamma!”
Was wohl die Designer denken, wenn sie ihre Logo-Prints an Speckhälsen wie denen von Nadja sehen? Darauf eine berühmte Designerin angesprochen, antwortete diese: “Kennen Sie eigentlich den Ausdruck, Perlen vor die Säue werfen?” ?
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