Juveniles Marketing: HERMÈS goes STREETSTYLE

Posted: August 23rd, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

J'aime mon carré / photo: Hermès

J'aime mon carré / photo: Hermès

Anlässlich der bevorstehenden Herbst/Winter Saison 2010 hat der Luxuswarenhersteller Hermès Anfang August eine neue Website eingerichtet.

Auf jaimemoncarre.com, (zu deutsch: Ich liebe meinen Schal) vermarktet das französische Unternehmen sein wohl bekanntestes Produkt, das Seidentuch, auf “jugendliche” Art und Weise neu.

Sieben junge Models posierten vor der Linse des Fotografen Matt Irwins auf den Straßen von New York, Paris, London und Tokio und präsentieren dem Betrachter die vielfältigen Tragemöglichkeiten des Seidentuchs, von “Hermènistas” liebevoll Carré genannt. Im Bemühen um jüngere Zielgruppen wurde der Look auf Streetstyle getrimmt, womit das Haus zwar keine Pionierarbeit leistet, aber definitiv die bislang schönste Umsetzung dieses Stils abliefert. Schade nur, dass dabei, trotz der  ansprechenden Optik, die Authentizität völlig auf der Strecke bleibt. Mutiger und einprägsamer wäre es gewesen, tatsächlich auf der Straße entdeckte Personen in Hermès abzulichten. Real People eben! Dazu zählen auch Mädels mit dunkler Hautfarbe, und einem Körpergewicht über 50 Kilogramm. Gut möglich, dass man dies bei Hermès ursprünglich auch so vorgesehen hatte, jedoch feststellen musste, dass sich angesichts des Stückpreises von 280 € für ein 90×90 cm großes Seidenquadrat nicht allzu viele 19-jährige mit solch teurem Textil um den Hals aufspüren lassen. C’est la vie!

Übrigens: Die Website informiert auch über Store-Events bei denen Fans zeigen können wie sie ihr Tüchlein am liebsten zu tragen pflegen.  In Berlin finden die “J’aime mon carré” Aktionen im Rahmen der Vogue Fashion Night am 09. September 2010 in den Boutiquen am Ku’Damm und in der Friedrichstraße statt.


SEX, MODE, FOTOS – THE SATORIALIST SPRICHT!

Posted: Juli 28th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

"The Eye" himself - always at work

"The Eye" himself - always at work

Der Mann hinter dem weltweit erfolgreichsten Modeblog, “The Sartorialist”, gab der kanadischen Zeitung Globe and the Mail, anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung seines Buches im August, ein Interview und offenbart darin den Lesern, dass er nicht nur über ein gutes Auge für Style verfügt sondern auch ein durchaus guter Liebhaber ist.

Im Folgenden ein Auszug:

“I’m pretty good at the sex. And pretty good at picture taking. That’s about it. Garance is pretty happy. And the hotel-room neighbours are pretty pissed. You can write that; that’s totally fine with me.”

In dem unterhaltsamen Interview spricht Scott Schuman desweiteren über seine Arbeit und welche Aspekte ihm dabei besonders wichtig sind. Zwischen den Zeilen gibt der der 41-Jährige erfreulicherweise auch ein paar private Details preis. So erfahren seine Fans nun endlich mehr über den attraktiven, Ex-Modemarketingfachmann, der in einer festen Beziehung mit der ebenfalls erfolgreichen Modebloggerin Garance Doré aus Paris ist.

Sympathisch, Scott Schulman, möchte nicht gefallen. Seine Antworten sind knackig, selbstbewusst und nüchtern auf den Punkt. Er weiß, dass er erfolgreich ist, dass mehr als 100.000 User täglich seine Seite besuchen und dennoch ist er weitsichtig genug um das “Fashion Getue” zu relativieren. Man merkt, der Mann ist Modeprofi und kennt sich aus im Modebusiness. Vor allem verfügt er aber über das, was vielen seinen Kollegen fehlt: Persönlichkeit!

Das ganze Interview gibt es hier: theglobeandthemail


BERLINER CHIC – JA WO DENN?

Posted: Juni 1st, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: , , , , , | 2 Comments »

by courtesy of styleserver

by courtesy of styleserver / Berliner Chic !?

Streetstyle Blogs sind eine feine Sache.  Mit Fotokamera und Mac Book bewaffnet streifen die Macher durch die Metroplen dieser Welt, um uns auf tagesaktueller Basis die besten  Looks von der Straße zu präsentieren. Die  zur Begutachtung ins Netz gestellten Aufnahmen auf Facehunter, Styleclicker und Stil-in-Berlin geben  allen Modeinteressierten wie auch Designern ein weitaus realisterisches Bild von dem, was tatäschlich auf der Straße getragen wird als der Blick in die Fachzeitschrift.

Auffallend hierbei ist,  dass die Abgelichteten in ihrem Bemühen um Individualität jedoch  fast alle gleich aussehen, und zwar weltweit. War der exzessive Stilmix vor zehn Jahren noch progressiv und verlangte von seinen Trägern  eine gehörige Portion Tragemut, so ist der “Hauptsache-nix-passt-zusammen-Look” längst  zum Mainstream verkommen.

Der Trash-Appeal: Nerd Brille, Muster Misch-Masch, Leggins,  Taillengürtel, Vintage Lederjacke und Designer Tasche ist  mittleweile bei jeder Modestudentin -  in München wie in Manchester- Programm.  Mit Individualität hat das nicht mehr viel zu tun. Den Mix von Stilen, die eigentlich nicht miteinander harmonieren, bisweilen sogar völlig konträr sind,  haben wir größtenteils Patricia Field zu verdanken, die es verstand Retro-Teile mit Designerstücken zu kombinieren  und den Look über ” Sex and the City”  global  etablierte. Was in der Serie zweifellos grandios und glamourös  ausschaute,  gipfelte vielerorts und speziell in Berlin in eine Ästhetik des “Abgerotzten”.

Die deutsche Modeszene schaut auf die Haupstadt und ihre Protagonisten, die selbst keinen Schimmer haben, warum man gerade sie ständig als hip  (v)erklärt. Sie tragen doch nur die Kapuzenjacke mit dem Druck, der an die schäbigen Bezüge billiger Versandhaussofas erinnert.  Hielt man die Didgeridoo spielende, rothaarige Kreuzberger Alternative eben noch für peinlich, gilt sie Dank ihrer Kombination aus verwaschenen Benetton-Leggings, eines ungebügeltenVintage Shirts und L.A. Gear Schuhen, plötzlich als “contemporary cool”. Besiegelt durch das digitale Abbild im fashion blog! Ohne ihr eigenes Zutun werden,  dank der bloggenden Stylescouts, aus Normalos plötzlich fashion-people.

Zwar wäre jede Wilmersdorfer Witwe im Chanel Kostüm wesentlich ablichtungswürdiger, doch die sind so selten, dass man sie einfach nicht vor die Linse bekommt.  Stilmix ist wunderbar, doch gerade weil diese Art sich zu kleiden so vielfältige Möglichkeiten bietet seine Persönlichkeit auszudrücken, verwundert das homogene Ergebnis. Vermutlich sind wir alle längst nicht so individuell wie wir gerne glauben! Daher gehen wir auf Nummer sicher und bedienen uns alle aus dem selben Topf, orientieren uns an der Masse.  Tröstlich zumindest, das dies kein ausschließlich deutsches Phänomen ist. Doch besonders im Falle Berlins, möchte man den Bewohnern am liebsten laut entgenschreien: “geht das nicht wenigstens ein bisschen eleganter?”