Posted: November 12th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: Bianca Jagger, Bonnie Takhar, Designer, Halston, Harvey Weinstein, Marios Schwab, Mode, New York, Peter Zanini, Roy Halston Frowick, Sarah Jessica Parker, Studio 54, Tamara Mellon | No Comments »
Was bitteschön ist im Hause Halston los? Das einstige Jetset Label der amerikanischen Upperclass kriegt die Kurve nicht. Die Inhaber des 1968 in New York von Roy Halston Frowick gegründeten Labels, Filmproduzent Harvey Weinstein und Jimmy Choo-Inhaberin Tamara Mellon, haben seit ihrer Übernahme der Markenrechte im März 2007 mit roten Zahlen und einem geringfügigen Medieninteresse zu kämpfen.

Nun wurde über das Branchenblatt “Womens Wear Daily” jüngt bekannt das CEO Bonnie Takhar entlassen wurde, wegen unerreichter Umsatzziele, aber auch weil ihr Kurs keine Verbesserung der Lage erkennen lies. Hire & Fire; im Top-Segment der Modebranche keine Seltenheit und bei einem sich im Dämmerschlaf befindenden Betrieb an für sich auch keine große Meldung wert. Doch aufgrund der Tatsache das die Halston-Inhaber über ein beachtliches Privatvermögen verfügen und Tamara Mellon ihre unternehmerischen Qualitäten bereits bewiesen hat indem sie aus der unbeachteten Schuhmanufaktur “Jimmy Choo” ein globales Multimillionen-Dollar Brand schuf, stellt sich die Frage nach dem Grund für den konstanten Misserfolg Halstons.
Die zweimalige Neubesetzung des Chefdesigner-Postens binnen zwei Jahren, die Verpflichtung einer Schauspielerin als Head-Designern für die Zweitlinie “Halston Heritage”, und nun auch noch der Rausschmiss einer Führungskraft, deuten darauf hin, das nicht die Marke per se ein Problem darstellt -die hätte bei strategisch kluger Führung durchaus Potential-, sondern vielmehr die Protagonisten, die unter ihrem Dach arbeiten.
Natürlich ist es ungleich schwerer mal eben eine Modekollektion erfolgreich an die Frau zu bringen als an Selbige Accessoires zu verscherbeln, die sich ohnhehin von selbst verkaufen, schon allein weil der Bedarf an ihnen wesentlich größer ist. Mit einem einzigen Paar Killer-Heels lässt es sich eben schlecht durch den Winter stöckeln und eine “XL-Tote” taugt einfach nicht für den Abend in der Oper. Doch wer einmal einen schwarzen Hosenanzug, einen Trenchcoat oder einen crèmefarbigen Cashmere Pullover sein Eigen nennt, der braucht davon so schnell keinen zweiten mehr.
Doch ob nun Mode oder Accessoires, Halston mangelt es in beiden Kategorien an Mut zum Risiko. Viel zu starr hangelt man sich bei der Gestaltung der Kollektionen am stilistischen Erbe Herrn Halstons entlang. Das Resultat, ein Konfektionsprodukt ohne Relevanz. Wollen die nicht, können die nicht oder dürfen die nicht? Die Frage richtet sich an die Designer des Hauses. Von kreativen Köpfen wie dem Italiener Marco Zanini, der vor seiner Zeit bei Halston, 10 Jahre lang bei Versace erfolgreich die Couture Sparte verantwortete, darf man erwarten, dass er weiß, was ein Eyecatcher ist. Warum bloß zeigte er ihn dann nicht? Die gleiche Frage könnte man getrost auch seinem Nachfolger Marios Schwab stellen, dessen Entwürfe für die Sommerkollektion 2011 denen seines erfolgslosen Vorgängers zum verwechseln ähnlich sehen.
Gut möglich auch, dass die Riesen-Egos der Obersten im Hause Halston, ihr Gespür für den Zeitgeist trüben und auch deren Rationalität behindern. Wie sonst lässt sich erklären, dass ausgerechnet Sarah Jessica Parker bei einem der (ehemals) prestigeträchtigen Labels der USA Chef-Designerin der Zweitlinie “Halston Heritage” spielen darf? Wer versucht dies mit Frau Parkers persönlichen Stil zu rechtfertigen, dem sei gesagt, dass Stylistin Patricia Field die kompetentere Person für den Job gewesen wäre. So war schließlich sie es, die der Aktrice den Glamour-Look aus “High&Low” verpasste, für den “Missus Parker” seit Jahren von Presse und Fans rund um den Erdball gefeiert wird. Dann wäre da noch die völlig überbewertete Celebrity-Stylistin Rachel Zoe, die Halston zwar intensiv supportet (und auch einen kleinen Anteil an dem Unternehmnen besitzen soll), deren Ruf als größte Zicke unter der Sonne Kaliforniens jedoch nicht gerade zur Popularitätssteigerung der Marke beiträgt. Niemanden der bisher mit der Aufgabe betraut wurde die Firma Halston zu entstauben, gelang es an deren glorreiche Zeiten in den Seventies anzuknüpfen.
Halston hat das gleiche Problem welches auch schon Firmen wie Jil Sander und Joop, unmittelbar nach dem Ausscheiden ihrer Namensgeber ereilte, Profillosigkeit!
Marken wie Halston, aber eben auch Jil Sander und Joop waren personifizierte Marken, deren Erfolg maßgeblich von der Persönlichkeit ihrer Gründer geprägt waren. Roy Halston Frowick, der 1990 im Alter von 57 Jahren an den Folgen seiner Aids-Erkrankung starb, war die konsequente Verkörperung des Jetsets und Gesicht des unlängst inflationär rezitierten Studio 54 Mythos. Mit seinem Tod starb auch die Authentizität seines Labels. Seine fließenden Silhouetten reflektieren den Lebenstil einer elitären Szene innerhalb einer bestimmten Zeit.
So ein Coup ist mitunter auch ein Glückstreffer: zu richtigen Zeit, mit den richtigen Klamotten an den richtigen Leuten, am richtigen Ort zu sein. Bei Halston passte einfach alles zusammen.
Unvergessen: Bianca Jaggers legendärer Ritt auf dem Rücken eines weißen Pferdes in die Hallen des Studio 54, und zwar in einem Kleid mit Carmen-Ausschnitt von Halston. Das war 1977! Gewiss ein Fashion-Momet und etwas das nicht per Knopfdruck reprodzuierbar ist. Alles hat seine Zeit, doch anstatt neue Wege zu beschreiten halten die Verantwortlichen des Unternehmens fast schon zwanghaft am 70er Jahre Spirit fest, als wolle man das Lebensgefühl dieser längst vergangenen Dekade mit aller Gewalt in die Gegenwart transferieren. Genauso gut könnte man versuchen Mr. Halstons Asche aus dem Pazifik wieder zusammenzutragen um aus etwaigen DNA-Spuren einen Klon zu generieren. Doch das ist Fiktion. Die Realität hingegen lautet: Halston, das war einmal!
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Posted: November 16th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: Christian Louboutin, Jimmy Choo, Manolo Blahnik, Tamara Mellon | No Comments »

Tiefe Einblicke!
Für alle, die das kleine bisschen mehr an Informationen über ihr Lieblingslabel erfahren wollen, bietet das kürzlich erst in Großbritannien erschienene Buch “The Towering World of Jimmy Choo” zahlreiche, bisher unbekannte Fakten zur Geschichte des gerade mal 13 Jahre jungen Schuhlabels .
Interessant dabei ist, dass Firmengründerin Tamara Mellon, den beiden Autorinnen, jegliche Zusammenarbeit verweigerte, jedoch ihre Mutter, Ann Yeardye, ein ehemaliges Chanel Model, zu der sie ein äußerst distanziertes Verhältnis pflegt, die Recherchen für das Buch unterstützte.
Das Tamara Mellon über ein überdimensional großes Ego verfügt, ist in der Branche kein Geheimnis. Von Geburt an überdurchschnittlich privilegiert, besuchte die 1967 in London geborene Tochter des Vidal Sasson Mitbegründers Tom Yeardye, Schulen in Berkshire, Beverly Hills und in der Schweiz. Mit dem Selbstbewusstsein derer, bei denen es die Gene besonders gut gemeint haben, landete die Schöne 1990 , mit gerade mal 23 Jahren, ihren ersten Job als Redakteurin für den Bereich Accessoires bei der britischen Vogue.
Aufgrund des elterlichen Vermögens ohnehin bestens innerhalb London´s Society vernetzt, verschaffte ihr der Posten bei Vogue zusätzlich Prestige in der Modewelt. Mitte der 1990er Jahre entdeckte sie das Talent und die Kunstfertigkeit des damals bereits schon sehr erfolgreichen, aber außerhalb der Modebranche weithin unbekannten Edelschusters Jimmy Choo, und erkannte parallel das Potential von Luxus-Accessoires für die kommenden Jahre. Sie überredete Choo, der bislang in seinem Atelier im Londoner East End lediglich Einzelpaare für Photoproduktionen und die Damen der britischen Upper Class anfertigte, mit ihr zusammen ein professionelles Unternehmen aufzubauen, und seine Kreationen für eine breitere Masse zugänglich zu machen. Eine Vision, wenn man bedenkt, dass die Baguette Tasche von Fendi, der ersten It-Bag, die den Hype um die Designer-Accessoires initiierte, erst 1997 auf den Markt kam.
1996 wurde Jimmy Choo offiziell gegründet. Jimmy Choo beherrschte das Handwerk, Mellon die Vermarktung. Sie hatte die Kontakte, das Geld und die nötige Energie um Jimmy Choo in kürzester Zeit neben Manolo Blahnik als populärsten Schuhdesigner der Gegenwart zu etablieren. Nur fünf Jahre nach seiner Gründung galt das Label als eine der rentabelsten Luxusmarken der Welt. Der Celebrity-Run auf die roten Sohlen von Christian Louboutin folgte erst ein paar Jahre später.
Was nur wenige wissen: Jimmy Choo selbst hat mit dem Design von jeher wenig zu tun. Es ist seine Nichte Sandra Choi, die seit der Unternehmensgründung, in der Position als Kreativdirektorin,verantwortlich für die Schuhkollektionen zeichnet. Zusammen mit Tamara Mellon diktieren die Beiden das komplette Sortiment an vier angestellte Designer. Jimmy Choo selbst hat sich in sein Atelier zurückgezogen und fertigt, wie vor seinem internationalen Duchbruch, wieder handgefertige Schuhe für wohlhabende Socialites unter dem Label “Jimmy Choo Couture”, allerdings in Lizenz von Jimmy Choo Ltd! Die Latschen unter Mellon´s und Choi´s Regie, tragen entweder das Label Jimmy Choo London oder nur Jimmy Choo.
Nun kann man sich berechtigt fragen, wieviel Qualität à la Choo steckt überhaupt noch in der Schuhserie für H&M ?
Jimmy Choo selbst hat mit der globalen Luxusmarke Jimmy Choo nichts mehr zu tun. 2001 hat der Schuhkünstler seinen Anteil an dem Unternehmen an die Firma Equinox Luxury Holdings, für nur 12 Millionen US-Dollar verkauft. Heute gehört das Unternehmen, das seinen Namen trägt, zu 50% der Investorengruppe Muse Hicks Hedge Funds und Tamara Mellon und ist geschätzte 219 Millionen Euro wert.
Die privaten Verhältnisse der Protagonisten untereinader sind verfahren. Man spricht nicht miteinander. Die Geschichte hinter den hohen Hacken ist filmreif. Wer mehr über die irdischen Hintergründe der himmlischen Schuhe wissen möchte, dem sei das Buch der Autorinnen Goldstein Crowe & de Rosen empfohlen.
THE TOWERING WORLD OF JIMMY CHOO ist erschienen bei Bloomsbury (bislang nur in englischer Sprache) erhältlich über amazon.de / € 16,99,-
Schuhe aus der Hand des Meisters: Jimmy Choo Couture. 18 Connaught Street, London (Termine, nur mit persönlicher Vereinbarung)
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Posted: September 25th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: H&M, Jimmy Choo, Shoes, Tamara Mellon | No Comments »
Lange Schlangen vor den Ladentüren der H&M Filialen, gefolgt von Gerangel und Zickenkrieg an den Kleiderstangen, gab es eigentlich nur einmal in der Geschichte des schwedischen Textilherstellers, nämlich im Jahr 2004, zur Markteinführung der ersten Designerlinie, entworfen von Karl Lagerfeld.
Was beweist, dass wirklich alle Welt den Modemacher mit Zopf und schwarzer Brille bereits kannte, während der Name, des Gastdesigners Matthew Williamson, im Sommer diesne Jahres weitestgehend für ahnungsloses Schulterzucken sorgte. Dennoch werden die Ergebnisse der Designer-Kooperationen jedes mal wieder mit Spannung erwartet, von Modeprofis die wissen wollen, wie der Designer die Umsetzung seiner Ideen, im Rahmen eines demokratischen Preisgefüges, umgesetzt hat, wie auch von Laien, in der Hoffnung großes Design, für kleines Geld zu ergattern. Interessiert vernimmt man die Ankündigung, wer denn im nächsten Jahr das kreative Zepter bei H&M schwingen darf. Für dieses Jahr wurde Jimmy Choo angekündigt, der in Persona zwar nichts mehr mit dem namensgebenden Luxusschuhhersteller zu tun hat, dessen von ihm und Tamara Mellon einst gegründete Firma aber nach wie vor erstklassiges Schuhwerk produziert. Die Zusammenarbeit beschränkte sich in diesem Falle nicht nur auf Schuhe; die Lnie beinhaltet auch Kleider, Jacken, Ledertaschen und Accessoires. Am 14. November hat das Warten auf Jimmy Choos´s “Edellatschen” ein Ende, dann dürfen sich Mädels um das letzte Paar der blauen Metallic Stilettos in Größe 38 streiten. Ein echter Hingucker und unser absoluter Favorit! HYPE zeigt vorab die coolsten Teile und was Euch u.a. Mitte November in den H&M Stores erwartet.

Cool Stuff!
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