Posted: Februar 7th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: Allegra Versace, Deborah Ball, Donatella Versace, Versace | No Comments »

"House of Versace" by Deborah Ball
Biographien, die das Leben prominenter Zeitgenossen thematisieren sind eine Sache für sich. Ob nun autobiografisch oder fremd-verfasst und vom Protagonisten der Handlung autorisiert oder eben auch nicht; nie kann sich der Leser hundertprozentig sicher sein, was von dem Gedruckten nun Dichtung oder Wahrheit ist.
Der Wahrheitsgehalt einer Biographie lässt sich so nur im Kontext und anhand bestimmter Fragen ermitteln. Wer ist der Autor des Werks, wie wurde recherchiert, wer wurde wozu befragt? “House of Versace” erzählt die Geschichte des 1977 gegründeten Modehauses und liefert dabei detaillierte Informationen, die Außenstehenden bislang nur bruchstückhaft aus der Klatschpresse bekannt waren.
Authentizität verspricht die Tatsache, dass die Versace Sippe trotz pikanter Anekdoten, einer Veröffentlichung zustimmte und Autorin Deborah Ball bei ihren Recherchen sogar unterstützte. Die ehemalige Mailand Korrespondentin des New Yorker Wall Street Journal sprach mit Donatella und Santo Versace, befragte Freunde und Bekannte der Familie, traf einstige Mitarbeiter des Hauses sowie auch den ehemaligen Lebensgefährten Gianni Versaces, Antonio D’Amico. Das Resultat aus 220 Interviews und der Auswertung hunderter Zeitungsartikel umfasst 20 Kapitel auf 352 Seiten. Das Buch bringt Licht ins Dickicht aus Gerüchten und Mythen um das Modehaus und seiner illustren Inhaber.
Donatellas Drogensucht wird hier ebenso beleuchtet wie die Magersucht ihrer Tochter Allegra, die sämtliche Interviewanfragen der Autorin konsequent ablehnte. Darüber hinaus erfährt der Leser von Giannis Appetit auf Strichjungen, von Donatellas Antipathie gegenüber Tom Ford und warum ausgerechnet Allegra als Elfjährige, nach der Ermordung ihres Onkels im Jahr 1997, 50 Prozent der Firmenanteile erbte. Deborah Balls Informationen aus erster Hand, ergeben zusammengestrickt das Portrait einer exzentrischen Modeclans, deren mondäner Lebensstil wie eine Seifenoper anmutet, was jedoch den Unterhaltungswert dieses Buches im Besonderen ausmacht.
Posted: Januar 31st, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Donatella Versace, Versace | No Comments »

by courtesy of Christoper Sauvé
Es ist nicht alles Gold was glänzt - auf kein anderes Modehaus scheint diese Binsenweisheit gegenwärtig stärker zuzutreffen als auf das Mailänder Luxuslabel Versace. Der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet auf seiner Website von Personalkündigungen, der Schließung der firmeneigenen Werkstätte für Accessoires und der Einführung einer neuen, günstigeren, Womenswear Linie unter der kreativen Leitung von Donatella Versace.
Die Maßnahmen sind Teil eines Restrukturierungsplans des Firmen CEO´s Gian Giacomo Ferraris, in der Absicht das Unternehmen aus den roten Zahlen wieder in eine “profitable” Zukunft zu führen.
Die Kleidungsstücke der geplanten Zweitline für Damen namens Versace Collection, sollen preislich zwischen 400 Euro und 1000 Euro liegen und sich somit deutlich von der teureren Hauptlinie Versace Signature absetzen, für deren Accessoires und Kollektionsteile Kunden zwischen 800 und 16.000 Euro berappen müssen.
Weitere Modelinien des Unternehmens sind Versace Atelier mit Abendroben ab 16.000 Euro, welche an die physischen Bedürfnisse der Kundinnen angepasst werden, die von Christopher Kane gestaltete Linie Versus, sowie die Proletenlinie VJC (Versace Jeans Couture), der aufgrund ihrer plakativen Zierelemente wie dem Mäander-Band, dem Medusenhaupt, der Lurex-Stickereien und eines stets augenfällig platzierten Firmenschriftzuges der Ruch von Russenmafia und Rotlichtmilieu anhaftet.
Neben Mode verfügt Versace aber noch über andere Einnahmequellen. Parfums und Kosmetika, eine Home-Collection, Bücher, Hotels sowie die Ausstattung von Luxusresidenzen und allerlei anderen Millionärs-Spielzeug wie Nobelkarossen, Yachten und Helikoptern vervollständigen die Angebotspalette. Auch die Wiederbelebung der Unterwäsche und Bademoden Sparte sei denkbar, so Ferraris. In den kommenden Wochen beginnt übrigens der Verkauf des erst vor wenigen Tagen in Paris vorgestellten Versace Handys, welches angeblich mehrere Tausend Euro kosten soll.
Nachdem das Haus Versace somit ziemlich alle Produktgruppen bis auf Damenbinden und Klobürsten abdeckt, steht dem Weg aus den Miesen eigentlich nichts mehr im Wege. Bis Versace jedoch den “Break Even” erreicht hat, gilt es Solidarität mit Signora Versace und ihrem prunkvollen Imperium zu demonstrieren. Mit den T-Shirts des New Yorker Art-Directors Christopher Sauvé kein Problem!
Christopher Sauvé
Posted: Januar 14th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Beth Shapiro, Karl Lagerfeld, Krise, PR, Rezession, Versace, WWD, Yohji Yamamoto | No Comments »

Recession de la mode
Dass die Luxusgüterbranche das Wort Wirtschaftskrise nicht mehr hören mag ist verständlich. Das so manch Meinungsmacher bereits versucht hat mit der Deklaration “recession is so 2009″ das Ende der Krise zumindest in den Köpfen der Verbraucher herbeizu”manipulieren”, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das Modehäuser die Folgen des Bankencrashs auch im noch jungen Jahr 2010 deutlich zu spüren bekommen.
So berichtete das Branchenblatt WWD (WomensWearDaily) am 11. Januar erstmals von der Schließung des amerikanischen Versace Pressebüros in New York. So what? könnte man leichtfertig fragen, wenn nicht wenige Tage zuvor Beth Shapiro, PR-Chefin und Marketingdirektorin im Hause Lagerfeld, ihren Abschied aus dem Kaiserreich in einer E-Mail an Geschäfts- und Medienpartner mit folgenden Worten begründete: “The current environment has forced us to downsize”. Desweiteren wurde heute bekannt, dass die Zweitlinie des Modeunternehmens “K Karl Lagerfeld” künftig eingestellt wird.
Sichtbar schlecht geht es auch dem Unternehmen Yohji Yamamoto. Dass der japanische Modemacher bereits im Oktober 2009 Insolvenz anmelden musste, war innerhalb der Branche kein Geheimnis. Doch nun zeigte der finanzielle Kollaps seines Unternehmens, auch gegenüber dem Endverbraucher sein Gesicht. So standen am Dienstag in New York unwissende Kunden vor verschlossenen Pforten seiner beiden Stores in SoHo und im Meatpacking District und wunderten sich über die mit Packpapier abgeklebten Schaufenster. Auch der Pariser Flagshipstore, und die Boutique in Antwerpen seien, laut der New Yorker Einzelhandels Webseite RACKED.COM bereits geschlossen. Ob die Geschäftsschließungen als Vorboten für das endgültige Aus der Marke zu werten sind? Als sicher gilt momentan nur das Yamamoto bei den Pariser Pret-a-Porter Schauen im Februar seine neue Kollektion vorstellen wird.
Fazit: The economy is a real bitch these days!
Quelle: WWD, Textilwirtschaft, Racked.com
weitere Artikel: Yamamoto ist insolvent!
Posted: Januar 9th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: fashion-student. Modedesign, New York, Praktikum, Versace | 1 Comment »

screenshot
Studienabsolventen, die sich auf der Suche nach einer Festanstellung von Praktikum zu Praktikum hangeln und Studenten im Praxissemester kennen die Situation: zahlreiche Unternehmen verlangen viel und bieten wenig.
Gerade in der Medien- und Modebranche wo die Zahl der verfügbaren Praktikantenplätze klein, die Nachfrage nach Selbigen aber groß ist, tendiert die Bezahlung nicht selten gegen Null. “Bald müssen wir auch noch Geld mitbringen um hier arbeiten zu dürfen”. Dieser unter ernüchterten Praktikanten stark zirkulierende Spruch wird nun anhand eines prominenten Namens Realität.
Das Modehaus Versace versteigert gegenwärtig über das Online-Auktionshaus Charitybuzz.com ein Praktikum in seiner New Yorker Firmenzentrale. Der Gebotsbetrag steht aktuell bei 3250 Dollar, weitere Gebote können in 250 Dollar Schritten abgegeben werden. Tja, liebe Modestudenten, endlich habt ihr die Gelegenheit zu beweisen was euch ein Praktikum in einem der prestigeträchtigsten Modehäuser der Welt tatsächlich wert ist.
Geht es dem Haus Versace wirklich so schlecht, dass es auf das Taschengeld pubertierender Millionenerbinnen angewiesen ist? Offiziellen Angaben zufolge kommt der Erlös einem wohltätigen Zweck zugute, genauer gesagt einer Organistion zur Bekämpfung von Brustkrebs mit Sitz in Südflorida.
Das hippe Nachwuchsdesigner mit einem Atelier im Hinterhof eines Szenebezirks generell kein großes Budget für Personal und Hilfskräfte zur Verfügung haben ist bekannt und aufgrund der Umstände unter denen sie ihre Kollektionen erstellen, nachvollziehbar. Das sich Multimillionendollar Unternehmen mit eigenem Firmenjet, die Vergabe ihrer Praktika, (guter Zweck hin, Charity her) von finanziell sorgenfreien Gören teuer bezahlen lassen, ist..-ehrlich gesagt finde ich keinen passenden Begriff dafür-…dekadent, inakzeptabel oder schlicht und einfach ausgedrückt: scheiße! Gewiss ist eine Referenz, die den Namen Versace und den Absender New York trägt, eine glanzvolle Angelegenheit. Ein Dokument, das den eigenen Lebenslauf aus der Masse herausstechen lässt! Doch was sagt eine letztlich “gekaufte” Beurteilung tatsächlich über die Qualitäten des Praktikanten aus?
Selektion via Bankkonto versus Begabung? Hoffen wir, dass Versace mit dieser Aktion ausnahmsweise mal keinen neuen Trend initiiert. Wer dennoch ein paar Tausend Dollar in seine Zukunft investieren möchte, hat bis zum Auktionsende am Donnerstag, den 14. Januar 2010 Zeit ein Gebot abzugeben. charitybuzz.com
Das Praktikum wird übrigens nicht vergütet. Schon klar!
Posted: November 30th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: New York, Phillipe & David Blond, Rated R, Rihanna, Schlagwort hinzufügen, Versace | No Comments »

Rihanna: Goldmarie inkognito

Rihanna - zweiter Akt
Zur Release Party ihres neuesten Albums “Rated R” im New Yorker Supper Club erschien Sängerin Rihanna vergangenen Dienstag in einem spektakulären, goldfarbigen Nietendress aus dem East Village Studio des Kreativduos Phillipe und David Blond.
Zahlreiche Arbeitsstunden und ein Gewicht von mehreren Kilogramm zeichnen dieses Kleid im Besonderen aus. Natürlich musste RiRi dabei auf passendes Schuhwerk nicht verzichten, welches nur wenige Tage zuvor eigens für sie angefertigt wurde. Noch am selben Abend folgte ein Outfitwechsel, denn beim Verlassen des Clubs präsentierte sich der Popstar den lauernden Paparazzi in einem neuen Gewand aus dem Hause Blond, diesmal in Rot und mit spitzer Schulter.
Wird der schnelle Kleidertausch zwischen Aufmarsch und Abgang einer Veranstaltung nun zur Pflicht der jungen Celebrity Generation? “Arriving in gold and leaving in red?”
Während die Entwürfe des Designerpärchens Phillipe und David per se ein absoluter eycatcher sind, verfehlte die Kombination mit der tiefschwarzen Versace Sonnenbrille (aus den 90ern ?) ihr Ziel, wie ein Weltstar auszusehen, leider völlig. Zwei Reize sind oftmals einer zu viel! Neben der markanten Logobrille, konkurrierte in dieser Nacht noch das typische frostige Make-up, einschließlich blutroter Lippen, mit einer platinblonden Helmfrisur um Aufmerksamkeit. Unfreiwillig ruinierte die 21-jährige somit den Look ihres coolen Körperpanzers. Wohingegen Rihanna Kleid Nr.2 mittels am Oberschenkel gestreifter Strumpfhosen seines Glamours beraubte. Wir gehen davon aus, dass ihr Stylist an diesem Abend einfach nicht mehr im Dienst war.
Doch die spannendere Frage bleibt nach dem allgemeinen Sinn und Zweck eines Kleiderwechsels innerhalb weniger Stunden? Handelt es sich dabei um eine Abmachung mit den Designern, oder um bloßen Narzissmus in ausgeprägter Form?
Posted: September 26th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Alberta Ferretti, Blumarine, Charity, Coca Cola, Etro, Fendi, Marni, Milan, Missoni, Moschino, Tribute to Fashion, Versace | 1 Comment »

ETRO for Coca-Cola Light
“Coca Cola Tribute to Fashion Week”, der Charity Event des Getränkeherstellers Coca Cola im Rahmen der Milan Fashion Week wartete am Donnerstage Abend mit einer Modenschau der ganz besonderen Art im Palazzo Reale auf. Die renommiertesten Modehäuser Italiens, darunter Versace, Etro, Blumarine, Alberta Ferretti, Moschino; Marni, Missoni und Fendi verpassten der kurvenreiche Cola-Light Flasche, zahlreiche Gewänder entsprechend ihrer charakteristischen Designästhetik, so schön und kreativ, dass man wünschte, das ein oder andere Modell würde als tragbares Kleidungsstück realisiert. Doch ganz verzichten muss man auf die coolen Designs aus Mailand erfreulicherweise nicht. Jeweils ein Motiv pro Designer ziert die Cola-Light Flaschen, die seit dem 25.09. in Italien käuflich zu erwerben sind.

CocaCola light "TRIBUTE TO FASHION"
Der Verkaufserlös kommt dem Aufbau der süditalienischen Region Abruzzo zugute, die durch ein Erdbeben im April dieses Jahres gebietsweise verwüstet wurde, wodurch zahlreiche Menschen ihr Zuhause oder gar ihr Leben verloren haben. Ein optisch wie auch inhaltlich tolles Projekt. Kompliment an die Coca Cola Company!
CocaCola Website
Posted: September 4th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Christopher Kane, Donatella Versace, Versace, Versus | No Comments »

Versus Fall 1995
VERSUS is back! Nach vierjähriger Abstinenz wird die erstmals 1989 von Versace lancierte Modelinie , nun im Rahmen der Mailänder Modewoche, Ende September, wiederbelebt. Damals zeichnete die Schwester des 1997 ermordeten Modeschöpfers verantwortlich für das Design der Kollektionen, aktuell schwingt der Schotte Christopher Kane den Zeichenstift für das Label.
Bereits im Februar stellte die Firma Versace , eine Reihe von Kane entworfenen Accessoires, der Hochglanzjournaille vor. Die mit XL Glassteinen besetzten Gladiatorenstöckel und silberfarbigen Milieu Taschen, ließen mich zwar augenblicklich an russische Dominas denken, doch Understatement zählte eben nie zu den Stärken des 1978 gegründeten Modehauses.
Während der Versus-Relaunch von der Modepresse mit Spannung erwartet wird, frage ich mich, ob Menschen, die ihr Hirn noch nicht an der Louis Vuitton Ladentheke in Zahlung gegeben haben, angesichts eines übersättigten Modemarktes tatsächlich noch ein weiteres Angebot an Designerklamotten brauchen? In Zeiten, in denen Bekleidungshersteller und Einzelhandel mit sinkenden Umsatzzahlen zu kämpfen haben, und immer mehr Firmen Insolvenz anmelden oder gar schließen müssen (Lacroix, Escada, Veronique Branquhino, Emma Hope), wirkt der Versuch mit hochpreisiger Designermode schwarze Zahlen zu generieren nicht besonders zeitgemäß, will sagen weltfremd. Gut möglich, dass Donatella die westliche Hemisphäre als Umsatzbringer längst abgeschrieben hat und mit Versus vor allem den osteuropäischen, chinesischen und indischen Markt im Visier hat. Denkbar ist aber auch, dass globale Rezession für die Kreativdirektorin nichts weiter bedeutet, als auf Papier gedruckte Zahlen mit einem dicken Minus davor. Krise à la Donatella sozusagen. Hoffen wir, dass es Christopher Kane gelingt, den Versus-Spirit in das Hier und Jetzt zu übertragen, und dabei ein erkennbares, eigenes Markenprofil zu entwicklen. Gute Produkte haben zu jeder Zeit ihre Berechtigung, der Aufguss des schon Dagewesenen hingegen ist verzichtbar.
Posted: August 20th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Christopher Kane, Donatella Versace, London, Milan, Versace, Versus | No Comments »

Donatella Versace
Modewunderkind Christopher Kane, interviewte seine Teilzeit-Chefin Donatella Versace für die renommierte Londoner Tageszeitung Times.
Kane, dessen Abschlusskollektion am Central St. Martins College von Donatella Versace gesponsert wurde, arbeitete nach seinem Studium zunächst als Designer für die Couture Linie des Hauses, wie auch als Kreativberater für die Accessoires der Damen Prêt à Porter. Nun entwarf der Schotte, für die zur Herbst/Winter Saison 2009 wiederbelebte Modelinie Versus, die passenden Accessoires. Donatella, die Schwester des 1997 ermordeten Firmengründers Gianni Versace, ist seit dessen Tod als Kreativdirektorin des Luxusimperiums für den gesamten Markenauftritt des Unternehmens verantwortlich. Das Interview mit der toughen Modelady, nachzulesen auf Times Online.
Posted: August 12th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Abercrombie & Fitch. Sundance Filmfestival, Bruce Weber, Calvin Klein, Versace | No Comments »

- Bruce Weber “Being Boring”
Die Online Plattform “sundance-channel” des amerikanischen Sundance Filmfestivals zeigt aktuell eine Online-Ausstellung des Modefotografen Bruce Weber, der die “Boy next Door-Ästhetik” zu seinem Markenzeichen von unvergleichlich hohem Wiedererkennungswert gemacht hat.
Der Sex-Appeal der Jungs und Männer seiner schwarz-weiss Aufnahmen liegt in deren Unbefangenheit. Der Umgang mit Nacktheit wirkt in Bruce Webers Arbeiten im Gegensatz zur üblichen Modefotografie ungekünstelt. Bruce Weber hat auch eine Reihe von Kurzfilmen und Videoclips gedreht, darunter auch das Video zum Pet Shop Boys Hit “Beeing Boring” welches auf sundance-channel.com in voller Länge zu sehen ist.
Der 63-jährige, in New York lebende, Modefotograf zählt zu den großen Namen der Branche. Weber hat 25 Fotobücher veröffentlicht und wurde für den Kurzfilm LETS GET LOST mit einer Oscar Nominierung bedacht. Die von ihm fotografierten College-Boys für die Modemarke Ambercrombie&Fitch, sowie die von ihm in Szene gesetzten Muskeltypen für diverse Calvin Klein und Versace Kampagnen des in Pennsylvania geborenen Lichtbildners genießen vor allem in der Gay Community Kultstatus.
Sein neuester Kurzfilm “PARIS IS LIKE PARIS TO ME”, feiert am 20.August seine Weltpremiere und das nicht etwa im Rahmen einen nur den VIPs vorbehaltenen Events sondern online auf www.sundancechannel.com.
Posted: Juni 17th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Calvin Klein, Dolce&Gabbana, Gucci, Steven Meisel, Tom Ford, Versace, Yves Saint Laurent | No Comments »
Sex sells! Diese Regel ist gewiss älter als Madonna, und wurde von der Popgöttin, gleich zu Beginn ihrer Kariere und zu ihrem finanziellen Vorteil verinnerlicht.

Photo by Steven Meisel
Auch die Modebranche setzt auf nackte Tatsachen um steigende Umsätze zu generieren. Posierte Yves Saint Laurent in den 70er Jahren bereits nackt aber noch brav durch seine Brille blickend auf schwarzen Lederkissen um sein Parfum zu bewerben , hat sich die Bildsprache mittlerweile mehr in Richtung Interaktion verlagert. Die mal mehr oder wenige subtile Andeutung sexueller Handlungen ist für zahlreiche Modehäuser heutzutage Pflichtprogramm um auf ihr Produkt aufmerksam zu machen.
Tom Ford setzte bereits zu Zeiten als Gucci Creativ Director auf” JetSet Sex” und kommuniziert nun höchstpersönlich seine Lifestyle Philosophie als ein von manikürten Frauenhänden begehrter Playboy mit aufgeknöpften Hemd und behaarter Brust, um sein eigenes Label an den Mann zu bringen.

Terry Richardson for Tom Ford
Nur selten entstehen um derlei Anzeigenmotive noch Kontroversen und wenn doch, so bringen sie den Unternehmen eher kostenlose PR anstatt eines monetären Schadens. Die Provokation ist somit wohl kalkuliert. Der Unterschied liegt im Detail.
Dolce&Gabbana und D´Squared setzen ihren Anzeigen, ihren Zielgruppen und privaten Vorlieben entsprechend, auf 100% Prozent Testosteron und Homoerotik. American Apparel Gründer Dov Charney bevorzugt die frivole Schulmädchen Ästhetik und das italienische Mode Label Sisley polierte mit pikanten Werbeshots von Terry Richardson, der selbst ausschaut als sein er soeben einem 70er Jahre Porno entsprungen, sein Image auf.

Terry Richardson for Sisley
Alles geht, solange es ästhetisch ansprechend und cool daherkommt. Nur billig ist tabu!
Aktuell sorgt das Label CK by Calvin Klein mit seinem neuen Werbemotiv für die Winterkollektion 2009 für Aufregung. Zumindest in New York. Hier prangt die Aufnahme von Star Fotograf Steven Meisel unübersehbar als riesige Werbetafel hoch über der Kreuzung East Houston und Lafayette Street.
Darin räkeln sich drei Jungs und ein Mädel auf einem blassgrünen Samtsofa. Ein bisschen Haut, ein paar Designer Jeans, das war´s! Quantitativ überwiegt das männliche Geschlecht, wodurch das Bild tendenziell “gay” anmutet. Das Unternehmen kennt eben seine Klientel.
Steven Meisel, der Anfang der 90er Jahre Madonna für ihren Bildband SEX in weitaus deftigeren Posen ablichtete, ist versiert in der Inszenierung von Erotik für seine illustren Auftraggeber. Er ist zu amerikanisch und zu clever um ein Risiko einzugehen. Dennoch sorgt seine Anzeige seit Tagen für Gesprächsstoff. Das zumeist gebrauchte Argument der Motivgegner sind die Kinder. Das Problem dürfte jedoch einzig und allein bei den Erwachsenen selbst und ihrem verklemmten Umgang mit Sexualität liegen als weniger beim Nachwuchs. Schließlich gibt es nur marginal wenige Kinder unter 13, die sich für Modefotografie interessieren. Offenbar fühlen sich vorbeigehende Eltern Erklärungsnot, wo es nichts zu erklären gibt. Die Anzeige zeigt lediglich vier attraktive Menschen, “having a good time”. Andere wiederum argumentieren mit dem fehlenden Anspruch und beklagen, dass das Werbemotiv allzu offensichtlich auf unsere niederen Instinkte abzielt um einen schnellen Dollar zu machen. Dann gibt es noch die Fraktion derjenigen, die die Kampagne mit abgeklärter Langweile als “somewhat cheesy” abtun, nach dem Motto: ” Sex? Lieber hätte ich eine gute Tasse Tee”.
Es ist diese Doppelmoral der Amerikaner, die viele Europäer angesichts solcher Debatten verständnislos den Kopf schütteln lässt. Denn Konsequenzen aus ihrer Empörung zieht das Volk nicht, Calvin Klein verkauft noch immer die meisten Unterhosen im Premiumbereich in den USA. Natürlich sind die Amerikaner nicht per se gegen Sex, nur hat dieser eben ausschließlich unter der eigenen Bettdecke stattzufinden. Tür zu, Rollade runter, Licht aus! Leider fördert die amerikanische Politik diese Haltung indem sie sich in Fragen zur Sexualerziehung stets bedeckt hält und toleriert, das bestimmte Sexualpraktiken in einzelnen Bundesstatten gar unter Strafe stehen. Das führt zwangsläufig zu einem ambivalenten Körperverhältnis.
Doch gerade dieses Verbot schafft Begierde, schließlich ist nur interessant was man nicht haben kann, und damit erklärt sich warum trotz eines zur Schau gestellten Entsetzen, Sex sich in den USA besser verkauft als irgendwo sonst auf der Welt!
Posted: Juni 5th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Allegra Versace, Donatella Versace, Gianni Versace, Versace | No Comments »

Photo: HYPE magazine
Manager kommen und gehen. Der Rausschmiss eines solchen ist daher an sich keine Meldung wert. Doch im Falle von Giancarlo die Risio, seines Zeichen Vorstandsvorsitzender beim in jeder Hinsicht “overly-luxe” Label Versace, gewährt die Diskussion um seine Zukunft als strategischer Kopf des Unternehmens interessante Einblicke in das Konfliktmanagement eines Modeimperiums der ersten Liga.
Giancarlo di Risio, der 2004 seinen Dienst im, damals noch Verluste schreibenden, Hause Versace antrat und dieses noch vor der gesetzten Frist zur Rentabilität führte, muss nun aufgrund von Uneinigkeiten mit Kreativdirektorin Donatella Versace seinen Hut nehmen.
Unterschiedliche Auffassungen über die künftige, kreative Ausrichtung des Unternehmens sowie bei den Kosteinsparungen sind die Hauptgründe für den Zwist zwischen dem studierten Betriebswirt und der charismatischen Designerin. Doch auch die Infragestellung von Kompetenzen und einzelner Zuständigkeitsbereiche sorgt seit Wochen für Unmut hinter den neoklassizistischen Mauern der Via Manzoni, Versace´s Hauptquartier in Mailand.
Angesichts sinkender Gewinne des Unternehmens sind die Diskussionen berechtigt. Die Risio missfallen dabei zu einem Donatella´s Ausgaben, wie das $140,000 Tageshonorar Mario Testino´s für die die von ihm geschossenen Werbekampagnen des Unternehmens. Für Donatella ein Must, für di Risio schlicht Geldverschwendung. Zudem sprach sich der Manager trotz Rezession und entgegen Donatellas Überzeugung, gegen Preisreduzierungen aus. Seiner Aufgabe , einen ordentlichen Umsatz zu generieren, entsprechend, initiierte der CEO eigenmächtig die Wiederbelebung der Versus Kollektion für Spring Summer 2010 und vereinbarte hierzu einen Lizenzvertrag mit der italienischen Produktionsfirma Facchini und berief Christopher Kane, samt eines komplett neuen Teams, zum Chefdesigner der günstigeren Zweitlinie, die somit zunächst nicht unter der kreativen Leitung Donatella Versaces steht.
Da die Schwester des 1997 ermordeten Firmengründers Gianni Versace, von ihrer Tochter Allegra (22), die mit einem Unternehmensanteil von 50% Prozent Haupteigentümerin des Familienunternehmens ist, von jedweder Management Funktion ausgeschlossen und ihr stattdessen der Posten als Kreativdirektorin zugespielt wurde, ist die platinblonde Drama Queen, formal gesehen, machtlos.
Nun, formal gesehen! Aktuell steht Allegra hinter ihrer Mutter und der Entscheidung sich von di Risio zu trennen.
Allerdings, ist es di Risio zu verdanken, dass sich die Familie Versace unter seiner Führung im Jahr 2007 erstmals seit vier Jahren wieder eine Dividende zahlen konnte. Der ehemalige Fendi-Chef trieb auch den Verkauf der lukrativen Accessoires Sparte entschieden voran und hatte stets das richtige Gespür bei der Erschließung neuer Märkte wie Russland und Asien. Dennoch, der aktuelle Bruch mit Donatella Versace scheint unüberwindbar. Di Risios Entlassung ist noch nicht offiziell, doch erwarten Insider die Bekanntgabe seines Ausscheidens bei der heutigen Versammlung der Unternehmensspitze.