VERSACE: VERSUS RELAUNCH BY CHRISTOPHER KANE
Posted: September 4th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Christopher Kane, Donatella Versace, Versace, Versus | No Comments »

Versus Fall 1995
VERSUS is back! Nach vierjähriger Abstinenz wird die erstmals 1989 von Versace lancierte Modelinie , nun im Rahmen der Mailänder Modewoche, Ende September, wiederbelebt. Damals zeichnete die Schwester des 1997 ermordeten Modeschöpfers verantwortlich für das Design der Kollektionen, aktuell schwingt der Schotte Christopher Kane den Zeichenstift für das Label.
Bereits im Februar stellte die Firma Versace , eine Reihe von Kane entworfenen Accessoires, der Hochglanzjournaille vor. Die mit XL Glassteinen besetzten Gladiatorenstöckel und silberfarbigen Milieu Taschen, ließen mich zwar augenblicklich an russische Dominas denken, doch Understatement zählte eben nie zu den Stärken des 1978 gegründeten Modehauses.
Während der Versus-Relaunch von der Modepresse mit Spannung erwartet wird, frage ich mich, ob Menschen, die ihr Hirn noch nicht an der Louis Vuitton Ladentheke in Zahlung gegeben haben, angesichts eines übersättigten Modemarktes tatsächlich noch ein weiteres Angebot an Designerklamotten brauchen? In Zeiten, in denen Bekleidungshersteller und Einzelhandel mit sinkenden Umsatzzahlen zu kämpfen haben, und immer mehr Firmen Insolvenz anmelden oder gar schließen müssen (Lacroix, Escada, Veronique Branquhino, Emma Hope), wirkt der Versuch mit hochpreisiger Designermode schwarze Zahlen zu generieren nicht besonders zeitgemäß, will sagen weltfremd. Gut möglich, dass Donatella die westliche Hemisphäre als Umsatzbringer längst abgeschrieben hat und mit Versus vor allem den osteuropäischen, chinesischen und indischen Markt im Visier hat. Denkbar ist aber auch, dass globale Rezession für die Kreativdirektorin nichts weiter bedeutet, als auf Papier gedruckte Zahlen mit einem dicken Minus davor. Krise à la Donatella sozusagen. Hoffen wir, dass es Christopher Kane gelingt, den Versus-Spirit in das Hier und Jetzt zu übertragen, und dabei ein erkennbares, eigenes Markenprofil zu entwicklen. Gute Produkte haben zu jeder Zeit ihre Berechtigung, der Aufguss des schon Dagewesenen hingegen ist verzichtbar.

