Die Modebranche kocht!

Posted: Dezember 13th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Das Charity-Kochbuch

Kleidung und Kalorien passen nicht zusammen, oder etwa doch? Als Wolfgang Joop 1999 seine „Hectic Cuisine“ zwischen zwei Buchdeckel presste und damit quasi das erste Designer-Kochbuch auf dem Markt brachte, ließ mich das, im Gegensatz zu den vielen anderen Projekten des Multikreativen, völlig kalt. Die Nahrungszubereitung nach gedruckter Anleitung schien mir stets die Domäne eines großmütterlichen Frauentypus mit wilhelminischer Föhnfrisur zu sein.

Doch auch Modeschaffende müssen essen. Gleiches dachten sich auch Siems Luckwaldt und Matthias Hinz. Kochen, so die Überlegung der beiden Macher des Lifestyleblogs  „Nahtlos“, sei eine ebenso sinnliche Disziplin wie das Entwerfen schöner Kleider. Die Idee eines Kochbuchs mit den Lieblingsrezepten deutscher Modemacher stand. Das Ergebnis nach neun Monaten Arbeit: „German Fashion Kitchen“ – ein 124 Seiten starker Band, der preisgibt, was bei 55 Designern, darunter Branchengrößen wie Michael Michalsky, Gabriele Strehle und Wolfgang Joop an schick Gebrutzeltem auf den Tisch kommt.

Das Ganze stimmungsvoll illustriert, übersichtlich gestaltet und ein Beweis, dass Fashion und Food einander nicht ausschließen. Der Erlös aus dem Verkauf jedes einzelnen Exemplars kommt vollständig dem Kinder- und Jugendhilfswerk „Die Arche“ e.V. zugute.

German Fashion Kitchen kostet 27,99 Euro und ist online erhältlich bei Books on Demand, Amazon.de, Buch.de, Libri.de, Spiegel-Shop.de, Thalia.de und Bücher.de. Und natürlich in allen Buchhandlungen!

(all images related to this article via nahtlosblog.de)





WOLFGANG JOOP IST HYPE!

Posted: Juni 27th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Video: Wolfgang Joop im Gespräch mit HYPE MAGAZINE

 


OUT NOW: Das neue HYPE MAGAZINE ist da!

Posted: Juni 15th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Das Warten hat ein Ende! Die brandneue Ausgabe des HYPE MAGAZINE ist ab heute bundesweit im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel sowie an allen gut sortierten Presseverkaufsstellen erhältlich.

Wir freuen uns sehr, Euch auch in dieser Ausgabe wieder tiefgreifende Artikel und unkonventionelle Interviews präsentieren zu können. Zu Wort kommen hier unter anderem: Deutschlands selbsternanntes und charmantestes Wunderkind, Wolfgang Joop, Dan und Dean Caten, die quirligen Zwillingsbrüder hinter dem Label DSquared, sowie die entwaffnend ehrliche Stilikone und Modebloggerin Diane Pernet aus Paris. Darüber hinaus haben wir Euch die schönsten Kollektionsteile und Accessoires der Saison zusammengetragen und in Form fantastischer Modestrecken stillvoll in Szene gesetzt. In unserer Beauty-Rubrik erfahrt Ihr wie man seine Haut richtig vor UV-Strahlung schützt und auch dem Tabuthema Mundgeruch haben wir uns gewidmet und verraten, wie man die peinlichen Duftwolken ganz schnell wieder los wird.

Dank auch an unser Cover Model, Masha Tyelna. Die gebürtige Ukrainerin ist seit 4 Jahren eine feste Größe im Model-Business und stöckelte bereits für namhafte Modehäuser wie Yves Saint Laurent, Dior, Nina Ricci und Givenchy über den Laufsteg. Ihre großen Rehaugen -zweifellos ihr Markenzeichen- sind nicht nur auf dem Cover von HYPE zu bewundern, sondern auch im Rahmen einer besonders farbintensiven Beautystrecke, realisiert von Modefotografin Anja Frers und Make-up Artist Heiko Palach, im Innenteil des Heftes.

Viel Spaß beim Lesen und Sichten.

Die HYPE Redaktion

 

 

 

 


TV-TIPP: BILL KAULITZ & WOLFGANG JOOP gemeinsame Streifzüge durch Paris

Posted: Dezember 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Noch im September flanierten Modedesigner Wolfgang Joop und Tokio-Hotel Frontman Bill Kaulitz durch Paris. Gemäß dem Klischee von der Stadt der Liebe dichtete die Yellow Press  Botschaften von zarten Berührungen und verliebten Blicken. Joop, schon immer ein PR-Genie in eigener Sache, lieferte so den Trüffelschweinen der Klatschpresse sogleich auch noch ein wenig Futter hinterher. “Ich bin hin und weg von dem Jungen” zitierte besipielsweise die BILD Zeitung das kreative Multitalent. Begleitet wurden Joop und Kaulitz  bei ihren Streifzügen durch die französische Hauptstadt von einem Kamerateam des Fernsehsenders Arte, das die  Beiden für die Sendereihe : „Durch die Nacht mit…“ filmte.

Das Ergebnis dieser ultra-glamourösen Begegnung war gestern Abend um 00.00 Uhr auf ARTE zu sehen. Wer die Ausstrahlung vepasst hat, der darf sich auf die Wiederholungen  freuen. Diese werden gezeigt am:

Donnerstag, 09.12.10 / 05:00 Uhr
Samstag, 11.12.10 / 03:50 Uhr

Unbedingt anschauen!


Dolce & Gabbana: heiße Höschen für Italiens Kicker

Posted: Juni 11th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

photo by courtesy of Dolce & Gabbana

photo by courtesy of Dolce & Gabbana

Na, das ist doch mal ein schönes Mode-Statement zur WM 2010: das Designerduo Dolce & Gabbana lanciert die Unterhose “Calcio”, zu Deutsch: Fußball. Als Testimonials fungieren keine gewöhnlichen Models, die sich lasziv auf Kissen räkeln, sondern fünf Spieler der italienischen Nationalelf, die im Duschraum des Sportvereins um die Ecke ihren Mann stehen.

Allerdings sind die Herren des runden Leders so sexy abgelichtet, dass man als Laie schon zweimal hinschauen muss, um sie als Fußballer zu identifizieren. Die Aufnahmen von Antonio Di Natale und seinen Mitstreitern haben fast schon eine homoerotische Ästethik und die Kreationen, die die Kicker tragen – darunter auch eine Mischung  aus traditionellem Feinripphöschen mit grün-weiß-rotem Glitzer Bündchen – sind originell und stylisch und damit alles andere als Liebestöter. Anfangs sollen die Spieler der Werbekampagne von Starfotograf Mariono Vivanco noch mit einer gewissen Skepsis begegnet sein.

“Meine Frau musste mich zum Fotoshooting überreden“, erinnert sich Stürmer Vincenzo Iaquinta. “Aber dann haben die Aufnahmen unter der Dusche Riesenspaß gemacht.” Ja, das sieht man. Irgendwie Schade, dass Wolfgang Joop, der das insolvente Feinripp-Imperium Schiesser retten will, unsere deutschen Kicker nicht auch in weiße Liebestöter mit schwarz-rot-goldenem Bund gesteckt hat. Damit ließe sich nicht nur das Image des deutschen Wäscheherstellers aufpolieren. Schweini und Co. würden sich bestimmt genauso gut in der Duschkabine machen, wie ihre italienischen Rivalen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, oder?

www.dolcegabbana.de

(Text: Martina Klose)


BERLIN FASHION WEEK – VIEL PARTY WENIG MODE!

Posted: Januar 22nd, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , | No Comments »

fashion-week-photoEndzeitstimmung in der Hauptstadt. Nur noch bis Morgen, läuft die 6. Auflage der Berlin Fashion Week, wo Mode offenbar zur Nebensache geworden ist. Den treffendsten Bericht zur aktuellen Lage des Modespektakels lieferte diese Woche Peter Bäldle für die Süddeutsche Zeitung. Darin resümiert der Autor, dass wir hierzulande doch mehr können als nur “Brot und Butter”. Können wir?

Von sich reden machte die “Berlin Fashion Week” dieser Tage weniger durch die Mode als vielmehr durch das Drumherum. So wurde z.B. dem Rausschmiss von “Loddars” noch Ehefrau Liliana Matthäus aus dem Zelt von Susanne Wiebe, von der Presse deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt als der Kollektion der Münchner Designerin. Auch dass “Top-Model” Babara Meir auf dem Laufsteg von Lena Hoschek aus ihren Pumps kippte und den Gang sodann barfuß fortsetzte, wurde von den Medien ausführlich kommentiert, im Gegensatz zu den Entwürfen Hoschecks.

Beim Label Joop! interessierte sich am Mittwoch Abend Niemand mehr für die Klamotte. Zu groß war die Aufregung unter den Gästen in der Neuen Nationalgalerie darüber, das Ex-Chefdesigner Dirk Schönberger am Ende der Show durch Abwesenheit glänzte und auf Ovationen des Publikums verzichtete.

Während sich die Boulevardpresse dankbar auf die zu den Modenschauen geladenen Celebrities stürzt, diagnostizieren Stern, Spiegel, Süddeutsche und FAZ der Berlin Fashion Week in dieser Saison einen kleinen Schwächeanfall, zu viel Party bei zu wenig Mode, so der Tenor!

Mailand hat Prada, Paris hat Dior und Berlin? Berlin schmückt sich zur Modewoche mit Jessica Schwarz und Jana Pallaske (beide Schauspielerinnen). Bedürfen Berliner Designer tatsächlich der Leistung Anderer um ihre eigene Arbeit dadurch aufzuwerten?

Dass der Hunger nach Ruhm, in Zeiten in denen Medienpräsenz eines der scheinbar wertvollsten Güter unserer Gesellschaft darstellt, junge Designer veranlasst gleich einen PR-Berater zu engagieren sobald sie mal einen Rock zusammengefrickelt haben, ist verständlich führt aber zur Verflachung dessen, was in Mailand und Paris von jeher auf hohem Niveau stattfindet, Mode!

Das Paradebeispiel für maximalen Ehrgeiz bei minimaler Erfahrung lieferten die frisch von der Kunsthochschule Berlin Weißensee kommenden Mädels Johanna Perret und Tutia Schaad. Die selbsternannten “Töchter Jil Sanders” zeigten eine noch unausgereifte Kollektion bestehend aus beige- und senffarbenen Sackkleidern, einfachen Röcken und weite Hosen, denen der Ruch von Schnitttechnik im ersten Semester mehr als deutlich anhaftete.

Irritierend dabei  ist, dass trotz dieser offensichtlichen Mankos Modeexperten und Branchenkenner in Bezug auf Berlin weiterhin von Vielfalt, Aufbruchstimmung und Individualität faseln, und dabei nicht müde werden, das Unfertige, das Rauhe, das schlichtweg Hässliche als ästhetische Besonderheit zu verklären.

Die gleichen Phrasen wurden (von den selben Leuten) bereits 1996 gedroschen, als noch Baukräne rund um den Potsdamer Platz das Panorama prägten, und dabei Labels wie “Next GURU Now” ihren medialen Höhepunkt erlebten. Doch daran kann oder will sich heute Niemand mehr erinnern.

Wie bitteschön kann man als Fashionprofi angesichts beigefarbener Jersey Tops, grauer Leggings, und dem ewig gleichen Lagenlook ernsthaft in Verzückung geraten?

Nur Wolfgang Joop selbst, spricht mal wieder aus, was Viele denken aber nicht zu sagen wagen. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte der Potsdamer: In der Hauptstadt sind die Modenschauen immer mehr zu Medienveranstaltungen mutiert. Dazu gehörten viele B-Prominente, die sich gar nicht unbedingt für Mode interessieren” Weiter heißt es, “Da werden häufig ganz normale Produkte als Design verkauft. Ich sehe kein Label, das genügend Power hat und sich absetzt.”

Chapeau, Herr Joop!


WOLFGANG JOOP und sein BAMBI

Posted: November 27th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Es war der charmanteste Moment am Abend der Bambi Verleihung des Jahres 2009 in Potsdam. Wolfgang Joop wurde gestern das goldene Reh für seine Verdienste um die Stadt Potsdam verliehen. Mit seiner Kreativität und seinem Engagement habe Joop das Image von Potsdam neu erfunden, so die Begründung der Jury.

Wolfgang Joop mit Tochter Jette ber der Bambi Verleihung 2009

Wolfgang Joop mit Tochter Jette ber der Bambi Verleihung 2009

Der Modemacher wusste als einziger Preisträger im Vorfeld nichts von der Auszeichnung. Sichtlich überrascht von der Verlautbarung seines Namens und gerührt von der Laudatio seiner Tochter Jette, aus deren Händen Deutschlands Vorzeigdesigner den Preis entgegennehmen durfte, bedankte sich Joop für die Anerkennung. Der ehemalige Weltenbummler, der nach Stationen in Monte Carlo und New York in der brandenburgischen Landeshauptstadt zu seinen Wurzeln zurückfand, findet heute Halt und Inspiration in der Tradition und seiner eigenen Lebensgeschichte. Die Rahmenbedingungen zur Ehrung des wortgewandten Freigeists hätten nicht stimmiger sein können, Familie, Heimat und der begehrteste Medienpreis des Landes. C´est ca et voilà!

Der einzig wahre Superstar an diesem Abend, der, so Tochter Jette Joop, “nie eine Mauer im Kopf hatte”, hat die Auszeichnung verdient; für das was er sagt, für das was er leistet und letztlich auch für das, was er ist: ein wahres Wunderkind!

weitere Artikel:

Wolfgang Joop – Die Geschichte vom Wunderkind
Wolfgang Joop im Gespräch mit Hype Magazine

Wolfgang Joop

Wolfgang Joop


WOLFGANG JOOP: DIE GESCHICHTE VOM WUNDERKIND

Posted: Oktober 19th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , | No Comments »

photo: Collection of Rolf Heyne

photo: Collection of Rolf Heyne

Ausnahme-Talent Wolfgang Joop trifft auf Ausnahme-Redakteurin Inga Griese, zusammen erstellen sie die Biografie mit dem Titel “Wunderkind – Potsdam 14467″. Das 520 Seiten starke Werk kommt im XL-Format daher und präsentiert sich hochwertig im leinenbezogenen Schuber.

Joop´s Lebensgeschichte wurde ab den 1990er Jahren zu einem Stück deutscher Kulturgeschichte. Mit dem von ihm gegründeten Modelabel Joop! etablierte der Kreative hierzulande erstmals so etwas wie einen Lifestyle und schaffte damit, als erster Designer, ein Bewusstsein für Mode im Allgemeinen bei der deutschen  Bevölkerung. Dank ihm wurde das Designerlogo zwischen Flensburg und Rosenheim salonfähig. Wer sich Jil  Sander nicht leisten konnte, der trug stattdessen stolz das berühmte Ausrufezeichen zur Schau. Wolfgang Joop selbst, blieb für lange Zeit der beste Vertreter seiner Designphilosophie: jugendlich, polyglott, frech aber gut erzogen, und das Ganze immer mit Rückgrat und Stil. Seit 2003 residiert Wolfgang Joop mit seinem Modehaus Wunderkind in der Villa Rumpf, einem 1894 errichteten Backsteinbau des Architekten Gutsav Meyer am Heiligensee in Potsdam. Von hier aus startete er nach dem Verkauf der Joop GmbH seine zweite Weltkariere und entwickelte sich vom Designer zum international anerkannten Modemacher. Das heißt weniger Marketing, dafür mehr Handwerk und eine Kollektion, voller Poesie und Raffinesse, die kein Ausrufezeichen braucht, ganz einfach Wunderkind. Die Autobiographie zeichnet den Weg des Schöngeists von der Kindheit in den Nachkriegsjahren in Potsdam und Braunschweig zu Deutschlands “first man of fashion” in Wort und Bild nach.

Wolfgang Joop: “Wunderkind – Potsdam 14467″, Collection Rolf Heyne, € 150,00
[ISBN-13: 9783899104363 ]


INTERVIEW: WOLFGANG JOOP im GESPRÄCH MIT HYPE MAGAZINE

Posted: Oktober 12th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION INSIDE, FASHION NEWS, HYPE TV | Tags: , , , , | No Comments »

Er kam, sah und siegte. Wo immer Wolfgang Joop auftaucht sind Fans, Schaulustige und Medien nicht weit. München, Briennerstraße, auf dem der Bürgersteig vor der Fotogalerie Lumas drängen sich Wartende, überwiegend in Schwarz und Grau gekleidete Menschen aller Altersgruppen. Mit Apperol Sprizz in der einen und Zigarette in der anderen Hand, warten sie auf Deutschlands erfolgreichsten Modemacher, der an diesem spätsommerlichen Freitag Abend, hier seine Modeillustrationen als Reproduktion in limitierter Auflage einem breitem Publikum vorstellt.

Dann ist es endlich soweit, Wolfgang Joop lässt sich im Taxi vorfahren. Flankiert von Assistent und Assistentin, die mit blondem Bob und dem Wunderkind Kleid, genauso gut eines seiner Models sein könnte. Es dauert nicht lange und Wolfgang Joop ist umzingelt. Blitzlichter flackern auf, die Spots der TV-Kameras lassen ihn trotz Dämmerung in hellem Licht erstrahlen. Geduldig steht er den Reportern Rede und Antwort und posiert bereitwillig mit seinen Bewunderern für deren Familienalbum. Und da München eben ein riesiges Dorf  ist, trifft man auch stets unverhofft auf alte Bekannte. Überrascht von der Anwesenheit eines ehemaligen Topmodels fallen sich, die schöne Unbekannte und der Modemacher  in die Arme. Auch Patrica Riekel, berühmteste Chefredakteurin des Landes und als solche längst selbst eine VIP, ist ebenfalls erschienen um ihren Freund Wolfgang Joop zu begrüßen. Die Zwei wirken sichtlich miteinander vertraut. Unbeeindruckt von den riesigen auf sie gerichteten Fotoobjektiven um sie herum, gehört dieser Moment nur ihnen Beiden. Bussi links, Bussi rechts und weg ist sie wieder, die Queen of Burda.

Es dauert eine Weile bis der Stilguru sich seinen Weg durch die Menge, hinein in den Ausstellungsraum gebahnt hat. Dann endlich kann Dr. Jan Seewald, Pressesprecher von Lumas mit seiner Rede beginnen. Die stickige Luft im übervollen Raum ist vergessen. Alle haben nur noch Augen für ihn, den Dandy aus Potsdam. Viele der Gäste sind ausschließlich wegen Joop hier, nicht wegen seiner Zeichnungen. Im Laufe des Abends sprechen mich zwei ältere Damen an, um mit  mit über Kunst zu philosophieren, und mich nach einer Einschätzung bezüglich der von Joop verwendeten Zeichenmaterialen zu fragen. Nun es handelt sich um Reproduktionen. Licht und digitale Pixelmultiplikation möchte ich antworten. Doch natürlich meinen die Damen das Original. “Mischtechnik” antworte ich, “Kohle und Kreide bei Haute Noir, Tempera und Buntstift bei Summer Dress”. Sicher bin ich mir nicht. Mein Lieblingsbild ist “Nadja,” weil es aus einer Zeit stammt, in der ich als Jugendlicher meine Leidenschaft für Mode entdeckt habe und stets an den Lippen Wolfgang Joops hing, wo immer er im TV ein Interview gab. Doch das interessiert hier Niemanden. Auch die Damen möchten mit mir viel lieber über das Original in Persona sprechen. Wolfgang Joop selbst. In welchem Hotel er denn wohne, möchte einer der Beiden wissen. Ich müsste das doch wissen, schließlich sei ich ja von der Presse. Oh je, wie komme ich aus dieser Nummer bloß wieder raus?

Mein Blick wandert zu Wolfgang Joop, meinem Jugendidol, der gerade wieder mal sein Gegenüber unterhält. Ich war noch sehr jung als ich ihn 1995 bei Wetten dass zugeschaut habe wie er Madonna für einen wohltätigen Zweck skizzierte, und wusste  dabei nicht wer ich lieber sein wollte, Joop oder der Superstar in schwarzer Lackkorsage. Vierzehn Jahre später treffe ich Deutschlands Medienliebling zum ersten Mal persönlich und stelle fest, dass er tatsächlich so nett ist, wie es ihm nachgesagt wird.

Die Absicht in jedem Falle etwas Kritisches zu schreiben, weil das nun einmal der Anspruch dieses Blogs ist und joviale Produktbeschreibungen schon zu genüge publiziert werden, muss der Erkenntnis weichen, dass es an Wolfgang Joop einfach nichts auszusetzen gibt! Charmant, kommunikativ, gebildet und alles andere als ein Snob. “Willst Du mich heiraten?,” denke ich. Stattdessen frage ich ihn nach der Zeichnung, die er von Madonna gefertigt hat und freue mich wirklich über ihren aktuellen Verbleib informiert zu werden. Ich hatte ein paar Fragen vorbereitet, doch ich möchte keinesfalls die Geduld des Meisters überstrapazieren, indem ich diese umständlich von meinen verknitterten Zetteln ablese, drum improvisiere ich im Folgenden. Wolfgang Joop macht es einem leicht, an jede seiner Antworten lässt sich prima anknüpfen. Er hat immer etwas zu sagen, und so hätte ich ihn noch stundenlang befragen können.

Gerne hätte ich in Erfahrung gebracht, was er gefühlt hat, nachdem er 2001 auch noch seine letzten Firmenanteile an die Wünsche AG verkauft hat und fortan faktisch nichts mehr dem Unternehmen, welches seinen Namen trägt, zu tun hatte. Es hätte mich interessiert was eigentlich aus seiner Beziehung zu seinem russischem Freund geworden ist, den er in New York kennengelernt hat, wie er einst der Bunte erzählte, von dem aber nie ein Foto gedruckt wurde. Zudem wollte ich wissen, von welchem Label seine coole Hose mit den aufgemalten Motiven stammt, die er an diesem Abend trägt. Ich weiß, dass ich mich mit derlei Fragen längst nicht mehr im Rahmen dessen bewege, was der Grund für meine Anwesenheit ist. Das grafische Werk des Designers. Doch Wolfgang Joop hat in seinem Leben mehr geleistet als nur ein paar nette Skizzen von Frauen in Sommerkleidern.

copyright: Wolfgang Joop, www.lumas.de
copyright: Wolfgang Joop, www.lumas.de

Neben Jil Sander und Karl Lagerfeld ist Wolfgang Joop der einzige deutsche Modemacher von Weltformat. Der Vollblut-Kreative scheint die Aufmerksamkeit zu genießen. Er flirtet mit dem Publikum, man möchte sagen er hält Hof, doch das trifft es nicht, denn dazu ist der Sympathikus einfach zu nahbar. Seine unprätentiöse Art kommt an. “Meine Kleider kann sich keiner leisten, das hier schon”, scherzt er. Das Bürgertum lacht, nicht über ihn sondern mit ihm.

Was für ein Menschenfänger. Von der Bevölkerung verehrt, wird er von Kollegen, wie dem Modedesigner Konrad Huber, der jahrelang mit ihm in Hamburg zusammenarbeitete und heute das Design der Damenlinie im Hause Bogner verantwortet, hoch geschätzt. Die Herzen seiner Mitmenschen fliegen ihm im Nu zu. Das war schon zu Zeiten, in denen sein Name noch ein Ausrufezeichen zierte der Fall, wie auch im Hier und Jetzt, wo er sich als Kopf von Wunderkind,vom Ruf Markenmachers befreit und als ernstzunehmender Modemacher international etabliert hat. Zweimal Weltkariere in einem Leben.

Stillstand des Flüchtigen lautet der Titel eines Buches, dass die Modeskizzen des studierten Kunsterziehers bündelt. So treffend der Titel für die Gattung der Modegrafik ist, so sehr gilt das Gegenteil  für die Person Wolfgang Joop. Flucht vor dem Stillstand müsste es korrekterweise heißen. In einem Alter in dem Andere sich mental auf die Auszahlung ihrer Rente freuen, baut er Wunderkind zur globalen Marke aus. Jüngst führte er unter Wunderkind auch eine Kollektion für Herren ein,  die von der Fachpresse mit Lob überschüttet wurde. Er hat Interesse an einer Übernahme des insolventen Wäscheherstellers Schiesser bekundet und Gerüchten zufolge soll ihm auch der Erhalt der Firma Escada am Herzen liegen.

Der Modeschöpfer verabschiedet sich, bettet sich zur Ruhe im Bayerischen Hof, was ich der neugierigen Dame nicht verraten habe. Wolfgang Joop ist weg, was bleibt sind die Reproduktionen seiner wunderbaren Zeichnungen. Ich blicke noch einmal auf das Portrait von Nadja, meinem Lieblingsbild und vermisse dabei seinen Zeichner, das Original!
-von Sven Barthel-

Wolfgang Joop, Photo: HYPE magazine

Wolfgang Joop, Photo: HYPE magazine


VERNISSAGE: WOLFGANG JOOP IST KÄUFLICH!

Posted: August 28th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

copyright: Wolfgang Joop, www.lumas.de

copyright: Wolfgang Joop, www.lumas.de

„Dutzende von Modemarken werden von der einen schmutzigen Hand in die andere geschoben. Und alle verlieren dabei immer mehr Glaubwürdigkeit”, diese erfrischend, ehrlichen Worte zur Lage der deutschen Modebranche stammen von Modeschöpfer Wolfgang Joop.

Das streitbare Kreativgenie, mit den griffigen Statements, hat sich rar gemacht in der hiesigen Medienlandschaft. Statt sich selbst dauerhaft in Szene zu setzen, konzentriert sich der gebürtige Potsdamer seit der Gründung von Wunderkind, lieber ganz auf seine Arbeit. Diese kommt, wie seine lebendigen Mode-Zeichnungen, ganz ohne Worte aus.

Wer Wolfgang Joop einmal live hat zeichnen sehen, der ist beeindruckt von der Mühelosigkeit seiner treffsicheren Handschrift. Im Jahr 1995 portraitierte Wolfgang Joop vor Millionen von Fernsehzuschauern in der Sendung Wetten dass, Superstar Madonna. Das schnell skizzierte Abbild der Diva wurde im Anschluss für einen guten Zweck versteigert. Zwei Ikonen der Popkultur, Madonna und Wolfgang Joop vereint auf einem Bogen Papier, von beiden persönlich unterzeichnet. Käufer war letztlich Wolfgang Joop selbst. Mit flinken Strichen schafft der Designer lebendige Figurinen, die wirken wie der Meister selbst: nonchalant, selbstbewusst, entspannt und sich selbst genügend.

Wer sich mit derlei positiven Eigenschaften und der Aura Joops in den eigenen vier Wänden umgeben möchte, kann sich diesen Wunsch nun dank der Foto-Galerie Lumas erfüllen. Lumas bietet erstklassige Arbeiten namhafter Fotografen, aber auch Künstler anderer Genres, als limitierte Fotabzüge, für einen erschwinglichen Preis zum Kauf an. Auch Wolfgang Joop hat sich bereit erklärt, eine Auswahl seiner Zeichnungen, einem größeren Kreis an kunst- und modeaffinen Menschen über Lumas verfügbar zu machen. In Berlin und München sind die Arbeiten ab September in einer Ausstellung zu bewundern. Die Hauptstadt punktet dabei mit einer Vernissage in Anwesenheit des Künstlers!

Vernissage in Berlin mit Wolfgang Joop: 10. September 2009, 19-21 Uhr

Ausstellung:

Wolfgang Joop at LUMAS Berlin ab 11.September 2009, Rosenthaler Str. 104, 10178 Berlin (Hakesche Höfe)

Wolfgang Joop at LUMAS München: ab 18. September 2009 , Brienner Straße 3, 80333 München

Lumas website

Wolfgang Joop zeichnet Madonna:


WOLFGANG JOOP – Reif für das Museum!

Posted: April 8th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , | No Comments »

Wolfgang Joop

Wolfgang Joop

Dem blitzgescheiten Designer mit der flinken Zunge und dem Mut gesellschaftliche Mißstände einprägsam auf den Punkt zu bringen, widmet die Kunsthalle Rostock ab dem 09.05. eine umfassende Ausstellung. Diese versteht sich, nach Angaben des Museums, nicht als Retrospektive sondern als Momentaufnahme, die anhand unterschiedlicher Objekte die kreative Energie des Modeschöpfers verdeutlicht.

Wolfgang Joop ist Modemacher, Illustrator, Kolumnist, Autor, PR-Genie und würde vermutlich in zahlreichen weiteren Disziplinen ebenfalls erfolgreich bestehen, hätte er die Zeit, sich noch in anderen Gefilden zu bewegen. Mit Joop! hat Wolfgang Joop längst nichts mehr gemein. Sein Fokus liegt auf Wunderkind. Dieses behutsam und bedächtig aufgebaute Modehaus, dem der eingedeutschte Begriff Label nicht gerecht wird, haftet ihm doch der Charakter von Massenware und lautem Marketinggeschrei an. Qualität und Exklusivität sind die Konstanten auf denen seine Mode heute basiert. Besinnung auf das Wesentliche und das Bekenntnis zur deutschen Herkunft ist die Haltung, die Wolfgang Joops Schaffen seit dem Launch von Wunderkind prägt. In diesem Kontext fertigte der Allround-Kreative eine textile Installation, die im Rahmen der Ausstellung erstmals öffentlich zu sehen sein wird. Weitere Details bezüglich der Ausstellung folgen in Kürze. ?

http://www.wunderkind.de