Dior suspendiert John Galliano!

Posted: Februar 26th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , | No Comments »

Wie der Branchendienst WWD am gestrigen Freitag berichtete wurde Modegenie John Galliano  aufgrund angeblicher antisemitischer und rassistischer Äußerungen gegenüber einem Paar von seinem Arbeitgeber Dior suspendiert.

Der Vorfall habe sich am Donnerstag Abend, gegen 21 Uhr,  im Szenecafé  La Perle im Pariser Marais-Viertel ereignet. Galliano sei zu diesem Zeitpunkt schon beit weitem nicht mehr nüchtern gewesen.  Die Situation wurde durch die anrückende Polizei aufgelöst, der Designer  zur Befragung mit auf die Wache genommen. Diors Geschäftsführer Sidney Toledano reagierte unverzüglich und gab  eine knappe Stellungnahme zu dem Malheur ab: «Das Modehaus Dior bestätigt in aller Entschlossenheit seine Null-Toleranz-Politik gegenüber jeglichen rassistischen oder anti-semitischen Äußerungen; bis zum Vorliegen der Untersuchungsergebnisse hat Christian Dior John Galliano von all seinen Aufgaben entbunden.»

Gallianos Anwalt Stephane Zerbib  bestreitete derweil die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten. Das Debakel kommt für Dior zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. So steht steht dem Modehaus für den 4. März die Präsentation seiner  Fall/Winter 2011 Kollektion  im Rahmen der Pariser Modewoche kurz  bevor. Gallianos eigene Schau ist für den 6.März angesetzt.  Ob der 50-jährige Exzentriker, der die  kreative Leitung von Dior seit 1996 innehält, an diesen Tagen seinen gewohnten Gang über den Catwalk im Anschluß an die Schauen vornehmen wird,  ist derzeit noch völlig ungewiss.

Der  französichen Radiosender “Europe 1″ zitierte das geschmähte Paar, demnach Galliano dieses mit folgenden Worten auf English attackiert haben soll: “Dirty Jewish face, you should be dead” und “Fucking Asian bastard, I will kill you.”

Laut Augenzeugen mit guten Kontakten zur Redaktion der deutschen Lifestyle-Zeitschrift SLEEK soll der verbalen Entgleisung Gallianos jedoch ein Streit zwischen dem Designer und dem Paar vorausgegangen sein,  bei dem die Zwei den Stardesigner fälschlicherweise  für einen Penner hielten, als dieser versuchte ein Gespräch mit ihnen anzuetteln. Wie SLEEK auf seiner Website berichtet, sollen der Mann und die Frau Galliano daraufhin  als schmutzig und ekelerregend  bezeichnet haben und ihm desweiteren zugerufen haben sich zu verziehen. Gallliano habe die Anfeindungen zunächst ignoriert, sei dann aber doch zum verbalen Gegenangriff übergegangen:  You’re ugly and you’re fucking bag is ugly too. (Erstaunlich, nichteinmal im besoffenen Zustand kann Galliano über häßliche Damenhandtaschen hinwegsehen. Mon Dieu! )

Dies habe den  Lebensgefährten der Frau aufgebracht auf Galliano in bedrohlicher Manier zuzugehen. Gallianos Bodyguard sowie Angestellte des Cafés hätten versucht die Situation zu schlichten. Dabei seien die bösen Worte Gallianos gefallen.


Fehlgriff: Was macht der YSL-Gürtel in der Chloé Kampagne?

Posted: Oktober 15th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Ist der Gürtel wirklich von YSL?

Den Schmunzler des Tages liefert das Modehaus Chloé. Wie das Branchenblatt WWD in seiner Online-Ausgabe am Donnerstag berichtete, hat man in der aktuellen Werbeanzeige zu Chloés neuestem Duft “LOVE” etwas entdeckt, dass da eigentlich gar nicht hingehört. Die Rede ist von einem Accessoire der Konkurrenz, genauer gesagt einem schlichten, nahezu unauffälligen, schmalen Ledergürtel der Marke Yves Saint Laurent.

Wie konnte das passieren?  Wenn man bedenkt, dass bei einem beauftragten Kampagnenshooting die Kollektionsteile in aller Regel direkt vom Auftraggeber selbst, quasi ab Werk, geliefert werden, ist es kaum möglich, dass sich dabei ein Stück eines anderen Herstellers einschleichen  kann.  Nun sei die Anzeige aber vom Lizenznehmer, dem  Parfumhersteller Coty-Prestige, konzipiert worden; der womöglich einen Stylisten entsandte um die Klamotten für die Photosession zu organisieren. Doch hätte dieser nicht wissen müssen, dass er sich bei der Zusammenstellung nur bei einer Marke hätte bedienden dürfen, nämlich Chloé.  Während die Köpfe im Hause YSL sich über die Verwechslung und die  damit verbundene kostenlose PR freuen dürften, sollen  Vertreter des Pariser Unternehmens Chloé wie auch der Firma Coty Prestige angeblich verschnupft auf den Fehlgriff reagiert haben.

Warum eigentlich?  Gerade diese Anekdote beschert Chloé  jede Menge  Aufmerksamkeit, guckt doch nun jeder  mindestens zweimal auf besagtes Bild welches von Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin geschossen wurde .  Besser lässt sich Werbung kaum inszenieren! Was sogleich die Frage nach einem Nachweis aufwirft – könnte uns jemand mal mit einer Detail-Abbildung des YSL Gürtels versorgen?

Quellennachweis: WWD


KRISENSTIMMUNG BEI LAGERFELD, VERSACE & YAMAMOTO

Posted: Januar 14th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Recession de la mode

Recession de la mode

Dass die Luxusgüterbranche das Wort Wirtschaftskrise nicht mehr hören mag ist verständlich. Das so manch Meinungsmacher bereits versucht hat mit der Deklaration “recession is so 2009″ das Ende der Krise zumindest in den Köpfen der Verbraucher herbeizu”manipulieren”, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das Modehäuser die Folgen des Bankencrashs auch im noch jungen Jahr 2010 deutlich zu spüren bekommen.

So berichtete das Branchenblatt WWD (WomensWearDaily) am 11. Januar erstmals von der Schließung des amerikanischen Versace Pressebüros in New York. So what? könnte man leichtfertig fragen, wenn nicht wenige Tage zuvor Beth Shapiro, PR-Chefin und Marketingdirektorin im Hause Lagerfeld, ihren Abschied aus dem Kaiserreich in einer E-Mail an Geschäfts- und Medienpartner mit folgenden Worten begründete: “The current environment has forced us to downsize”. Desweiteren wurde heute bekannt, dass die Zweitlinie des Modeunternehmens “K Karl Lagerfeld” künftig eingestellt wird.

Sichtbar schlecht geht es auch dem Unternehmen Yohji Yamamoto. Dass der japanische Modemacher bereits im Oktober 2009 Insolvenz anmelden musste, war innerhalb der Branche kein Geheimnis. Doch nun zeigte der finanzielle Kollaps seines Unternehmens, auch gegenüber dem Endverbraucher sein Gesicht. So standen am Dienstag in New York unwissende Kunden vor verschlossenen Pforten seiner beiden Stores in SoHo und im Meatpacking District und wunderten sich über die mit Packpapier abgeklebten Schaufenster. Auch der Pariser Flagshipstore, und die Boutique in Antwerpen seien, laut der New Yorker Einzelhandels Webseite RACKED.COM bereits geschlossen. Ob die Geschäftsschließungen als Vorboten für das endgültige Aus der Marke zu werten sind? Als sicher gilt momentan nur das Yamamoto bei den Pariser Pret-a-Porter Schauen im Februar seine neue Kollektion vorstellen wird.

Fazit: The economy is a real bitch these days!

Quelle: WWD, Textilwirtschaft, Racked.com

weitere Artikel: Yamamoto ist insolvent!


KENNZEICHNUNGSPFLICHT FÜR RETUSCHIERTE BILDER?

Posted: September 29th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | 1 Comment »

Das Modeinsider-Blatt WWD berichtete kürzlich von einem Gesetzesvorschlag zur Kennzeichnungspflicht retuschierter Photos. Ähnlich den Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln, sollen nach Meinung  der französischen Politikerin Valerie Boyer, Mitglied von Nicolas Sarkozy´s UMP Partei, retuschierte Bilder  mit Anmerkungen über die Manipulation versehen werden. Davon betroffen wären somit Werbeanzeigen, Pressefotos, Verpackungen und künstlerische Fotografien.

Ziel dieser Aktion ist es, junge Mädchen vor Essstörungen, einem verzerrten Selbstbild und einer verfehlten Wahrnehmung eines vermeintlich gängigen Schönheitsideals zu bewahren.

De Vorschlag löste unterschiedliche Reaktion aus. “Klatschpresse, die primär  mit Paparazziphotos von Celebrities arbeiten, begrüßen die Idee mehrheitlich. Hochglanzmagazine hingegen, lehnen die Aufklärungspflicht erwartungsgemäß ab,” so eine Sprecherin Boyers.

Auch innerhalb der Modebranche wird die Frage “Hinweis ja-Hinweis nein,” kontrovers diskutiert.
Junge, progressive Mode- und Lifestylezeitschriften setzten bei der Wahl ihrer Models ohnehin stärker auf Persönlichkeit statt auf Perfektion. Ein schiefer Zahn, Sommersprossen, ein markante Nase oder ein Knick im Ohr sind bei Titeln wie Vice, Sleek, Zoo, Missy oder Deutsch gern gesehen. Die “old guard” des high-fashion Editorials hält dabei an einer unerreichbaren Makellosigkeit fest. Hier geht es weniger um Authentizität als vielmehr darum, beim Leser Begehrlichkeiten zu wecken. Dies geschieht ganz im Sinne der Anzeigenkunden, denn eine überirdisch schöne Frau in einem Kleid von Versace suggeriert der Leserin: “Kaufst Du dir dieses Kleid, dann bekommst Du meine schlanke Taille gleich mit dazu!”

Sich der Werbepsychologie mittels Photoshop zu bedienen und Träume zu schaffen, Sehnsüchte zu wecken um den Absatz seiner Produkte zu fördern ist an für sich legitim. Problematisch wird es nur, wenn junge Menschen, allen voran junge Frauen versuchen dem hyperästhetischen Körperbild der Modeindustrie, das Erfolg, Geld und Sex verspicht, nachzueifern. Während das männliche Schönheitsideal jedoch zu Sport und Muskelaufbau animiert, weil männliche Hungerhaken nun einmal nicht gefragt sind, weder bei Frauen noch in der Werbung, verhält es sich beim weiblichen Geschlecht umgekehrt: dünn, dünner, Size Zero! Doch wer glaubt, Models würden per Photoshop stets um 50 Prozent ihres Körpervolumens reduziert und auf doppelte Körperlänge gestreckt, der irrt. Es mag für viele Frauen, die sich primär über ihr Äußeres definieren, frustrierend sein, doch die meisten professionellen Models erfüllen die Vorgaben von maximal 55 kg bei einer Größe 1,75 Meter auf natürliche Weise, ganz ohne dafür hungern zu müssen.

Ob Retusche-Anmerkungen tatsächlich Essstörungen vorbeugen können ist fraglich! Solange sich dürre Mädchen mit großen Kulleraugen in glitzernden Miu Miu Kleidchen über die Doppelseiten der Modemagazine räkeln, heißt die Botschaft: die ist drin weil dünn! Ob nun durch digitale Pixelschubserei oder  dank guter Gene, ist dabei nebensächlich. Interessant ist, allein die internationale Übereinkunft kreativer Entscheidungsträger und Blattmacher, gegenwärtig einen mädchenhaften, androgynen Körper zu propagieren und die Frage nach den Ursachen dieser Entwicklung.