YOHJI YAMAMOTO: Filmdokumentation blickt hinter die Kulissen von Y-3

Posted: Mai 18th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Eine faszinierend stille Dokumentation in kraftvollen Bildern, hat der New Yorker Regisseur und Fotograf Theo Stanley über Modeschöpfer Yohji Yamamoto abgeliefert. “This is my dream”, so der Titel des halbstündigen Streifens, gewährt seltene Einblicke in die Arbeitswelt des japanischen Modeschöpfers und beleuchtet die kreative Zusammenarbeit Yamamotos mit Sportswear-Gigant Adidas.

Sieben Monate lang begleitete ein Kamerateam den 60-jährigen bei seinem kreativen Schaffen. Der Zuschauer sieht Yamamoto bei der Gestaltung der Sommerkollektion 2010 für das Label Y-3 und den Vorbereitungen zu dessen Modenschau. Interessantes Detail: 22 Jahre nach der ersten Yamamoto Filmdokumentation “Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten” von Regisseur Wim Wenders bestätigt Stanley’s Werk erneut das Yamamoto für seine Arbeit vor allem eines braucht: Ruhe. Die Arbeitsmoral Yamamotos ist in typisch japanischer Manier von Strenge und Disziplin geprägt. Wer die Fähigkeit zum Stillschweigen und zur Zurückhaltung nicht beherrscht wirkt im Yamamoto Kosmos schnell deplatziert.

Die Veröffentlichung des Films läuft konform mit dem Kollaborationjubiläum zwischen Adidas und Yamamoto. So feiert die Marke Y-3 seit Anfang dieses Jahres ihr zehnjähriges Bestehen.

 

 

 

Den Trailer zum Film gibt es hier:  thisismydreamthefilm.com

 

 


London: Yohji Yamamoto Ausstellung im Victoria & Albert Museum

Posted: März 17th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

37 Jahre nach seiner Firmengründung musste Fashion-Artist Yohji Yamamoto im Jahr 2009 Insolvenz anmelden und sich gleich darauf mit neuen Investoren zusammenschließen um beinahe nahtlos weiter dem internationalen Kollektionsrhythmus folgen zu können.

Der Restrukturierungsplan gilt heute als gelungen. Während Yamamoto somit wieder nach vorne blicken kann, blickt das Victoria & Albert Museum nun mit einer Ausstellung zu Ehren des Meisters auf fast vier Jahrzehnte seines Modeschaffens zurück.

Die noch bis Juli laufende Retrospektive mit dem schlichten Titel “Yohji Yamamoto at the V&A” gibt vor allem seinen langjährigen Anhängern die Chance in Nostalgie zu schwelgen. Zu sehen sind nach Angaben des Museums 80 der charakteristischsten Entwürfe seiner Karriere. Die Schau berücksichtigt im Gegensatz zu vorherigen Einzelausstellungen des Designers in anderen Städten erstmals auch Kleidungsstücke aus seiner 1984 eingeführten Herrenlinie. Da diese zu Beginn seiner modischen Laufbahn in Europa zunächst sogar besser aufgenommen wurde als Yamamotos Entwürfe für das weibliche Geschlecht, und die Männerkollektionen bis heute gelegentlich farbenfroher und musterreicher daherkommen als ihr Äquivalent für die Frauen, gilt es, der Menswear Yamamotos in dieser Ausstellung besondere Aufmerksamkeit zu schenken.


KRISENSTIMMUNG BEI LAGERFELD, VERSACE & YAMAMOTO

Posted: Januar 14th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Recession de la mode

Recession de la mode

Dass die Luxusgüterbranche das Wort Wirtschaftskrise nicht mehr hören mag ist verständlich. Das so manch Meinungsmacher bereits versucht hat mit der Deklaration “recession is so 2009″ das Ende der Krise zumindest in den Köpfen der Verbraucher herbeizu”manipulieren”, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das Modehäuser die Folgen des Bankencrashs auch im noch jungen Jahr 2010 deutlich zu spüren bekommen.

So berichtete das Branchenblatt WWD (WomensWearDaily) am 11. Januar erstmals von der Schließung des amerikanischen Versace Pressebüros in New York. So what? könnte man leichtfertig fragen, wenn nicht wenige Tage zuvor Beth Shapiro, PR-Chefin und Marketingdirektorin im Hause Lagerfeld, ihren Abschied aus dem Kaiserreich in einer E-Mail an Geschäfts- und Medienpartner mit folgenden Worten begründete: “The current environment has forced us to downsize”. Desweiteren wurde heute bekannt, dass die Zweitlinie des Modeunternehmens “K Karl Lagerfeld” künftig eingestellt wird.

Sichtbar schlecht geht es auch dem Unternehmen Yohji Yamamoto. Dass der japanische Modemacher bereits im Oktober 2009 Insolvenz anmelden musste, war innerhalb der Branche kein Geheimnis. Doch nun zeigte der finanzielle Kollaps seines Unternehmens, auch gegenüber dem Endverbraucher sein Gesicht. So standen am Dienstag in New York unwissende Kunden vor verschlossenen Pforten seiner beiden Stores in SoHo und im Meatpacking District und wunderten sich über die mit Packpapier abgeklebten Schaufenster. Auch der Pariser Flagshipstore, und die Boutique in Antwerpen seien, laut der New Yorker Einzelhandels Webseite RACKED.COM bereits geschlossen. Ob die Geschäftsschließungen als Vorboten für das endgültige Aus der Marke zu werten sind? Als sicher gilt momentan nur das Yamamoto bei den Pariser Pret-a-Porter Schauen im Februar seine neue Kollektion vorstellen wird.

Fazit: The economy is a real bitch these days!

Quelle: WWD, Textilwirtschaft, Racked.com

weitere Artikel: Yamamoto ist insolvent!


Yohji Yamamoto ist insolvent!

Posted: Oktober 10th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: | No Comments »

Yohji Yamamoto

Yohji Yamamoto

Das Unternehmen des Modeschöpfers hat vergangene Woche in Japan einen Insolvenzantrag gestellt, da es gegenwärtig angehäuften Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 67 Millionen Dollar nicht mehr nachkommen kann. Nach Gianfranco Ferré im März, Christian Lacroix im Mai und Escada im August, ist Yamamoto das vierte high-profile Modehaus, neben zahlreichen kleineren Brands wie Veronique Branquhino und Emma Hope, das in diesem Jahr seine Bankrotterklärung abgeben musste.

Verantwortlich für die Umsatzeinbußen seien vor allem die Finanzkrise und eine damit einhergehende Abwendung japanischer Frauen von Luxusmode. Dennoch eine Schließung der 1979 gegründeten Firma ist nicht vorgesehen. Die Investorengruppe Integral Corporation hat bereits eine ordentliche Finanzspritze angekündigt und Unterstützung im Management zugesichert. Der 66-jährige Yamamoto wird demnach seine Arbeit als Designer fortführen. Die Konsequenzen aus der Pleite waren bereits bei der Pariser Modewoche sichtbar. Hier präsentierte der Modemacher eine deutlich reduzierte Version seines konzeptionellen Stils. Leider nicht zum Besseren. Welche Frau bitteschön trägt heutzutage noch knöchellange Tageskleider und bis zu den Fußsohlen reichende schwarze Röcke? Gleiches gilt für überlange Blusen und knielange Blazer, Umhänge und weite Mantelkleider. Seine Silhouette ist nicht mehr modern! Lang und weit das war einmal. Natürlich gibt es sie noch, die stämmigen Galeristinnen, die asymmetrische Säume ganz furchtbar kreativ finden weil es an die abstrakte Kunst erinnert, die sie verkaufen und dankbar sind, dass es einen Mann im Universum der schwulen Designer gibt, der Frauen lieber verhüllt als entblößt. Doch offenbar lässt sich von dieser Klientel allein nicht leben, wie die Insolvenz Yamamotos nun zeigt.

Die Kollektionen Yamamotos gleichen hinsichtlich ihres Innovationsgrades und ihrer ästhetischen Qualität einer Berg- und Talfahrt. Das stilistische Spektrum reicht von grandios bis desaströs langweilig, wie seine Entwürfe für Spring /Summer 2004, bei denen selbst Modejournalistin Sarah Mower nichts anderes übrig blieb als in ihrer Kritik das Gezeigte listenartig zu benennen statt zu beurteilen. Eine ehrliche Bewertung hätte womöglich den lebenslangen Ausschluss von jeder weiteren Show des Avantgardisten zufolge gehabt. Als Designer muss sich Yamamoto Niemanden mehr beweisen: von reduziert grafisch bis theatralisch verspielt hat er Kleider kreiert, die von Intellekt, gestalterischer Vision und großer Kunstfertigkeit zeugen. Perfekt für eine Modestrecke, aber eine Verfehlung der Realität.