Buchtipp Nummer 3: die “satanistischen” Zeichnungen des YVES SAINT LAURENT

Posted: Juli 21st, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

la-villaine-lulu-2-buecherweb„Oft, meist nach sechs Uhr Abends, verkleidete sich ein Mitarbeiter von Christian Dior. Eines Abends hatte er seine Hosen bis zum Knie hinaufgezogen. Ich erinnere mich, dass er lange, schwarze Strümpfe trug. In der Umkleide der Mannequins hatte er einen roten Tüllrock gefunden und einen Hut, wie ihn die italienischen Gondolierie tragen. Seine durchtriebene und dickköpfige Art hatte mich beeindruckt und ich sagte ihm: „du bist die garstige Lulu,” schrieb Modeschöpfer Yves Saint Laurent einst über eine seltsame Begegnung im Hause Dior.

Diese Anekdote nahm er zum Anlass und schuf 1967 einen Comic, der ihm bis heute den Vorwurf einbringt, er würde satanistisches Gedankengut verbreiten. Laurents Buch handelt von einem bösen Mädchen, mit dicken, kurzen Beinen, das seiner Umwelt mit Ironie und Sarkasmus begegnet. Die Illustrationen bringen uns den verstorbenen Couturier noch einmal von einer ganz anderen Seite Nahe. Nämlich als sozialkritischen Geist, der die Mißstände der modernen Gesellschaft anprangert. Denn indem Lulu in ihrer tolpatschigen Art stets Böses tut, führt sie dem Leser die menschlichen Abgründe vor Augen: doppelte Moral, sexuellen Missbrauch und Unterdrückung.

Der naive, unverfrorene und kindliche Stil des Buches ließ seinerzeit viele im Glauben, es handele sich um eine Kinderbuch. Doch Zeichnungen, die die dickliche Lulu beim Guillotinieren kleiner Kinder zeigt oder wie sie Neugeborenen tödliche Injektionen setzt, weisen vielmehr darauf hin, dass Yves Saint Laurent mit Karrikaturen die perversen Auswüchse unserer Gesellschaft anprangern und nicht, wie vielfach behauptet, gutheißen wollte. Ein polarisierendes Werk, das anlässlich der Yves Saint Laurent Retrospektive neu aufgelegt wurde. Die Originalskizzen sind noch bis 19. November im Grand Palais in Paris zu besichtigen, das Buch ist über Amazon erhältich.


Die nackte Ikone: Christie’s versteigert Yves Saint Laurent’s Aktfoto

Posted: Mai 26th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

photo: Jeanloup Sieff, photo by courtesy of Christie's

photo: Jeanloup Sieff, photo by courtesy of Christie's

Wir schreiben das Jahr 1971 und nackt, wie Gott ihn schuf, posiert der löwenmähnige Yves Saint Laurent auf schwarzen Lederkissen sitzend, lediglich mit seiner charismatischen Brille bekleidet für den Duft „YSL Homme”.

Unschuldig und provokativ zugleich, wirkt der damals 35jährige Modeschöpfer auf diesem unvergleichlichen Bildnis. Das Eau de Toilette wurde ein Erfolg, das Aktportrait des Fotografen Jeanloup Sieff zum schlagkräftigen, da polarisierenden Werbeplakat. Nachdem Christies den gesamten Privatbesitz des 2008 verstorbenen Couturiers versteigert und damit Millionenumsätze erzielt hat, steht jetzt der nackte Modeschöpfer zum Verkauf.

Fast so, als hätte man ihn bis aufs letzte Hemd ausgezogen. Das Foto ist nur eines von insgesamt 70 Arbeiten des Pariser Fotografen Jeanloup Sieff, die das Auktionshaus zum Aufruf bringt, Gesamtschätzwert: rund 300.000 Euro. Die Aktaufnahme des jungen YSL ist eines der Highlights.

„Das Photo war 1971 natürlich ein Skandal” erklärt die Modehistorikerin Ursula Harbrecht, „aber es war auch ein Meilenstein in der Geschichte der Modephotographie - zum ersten Mal warb der Schöpfer eines Parfums selbst für seinen Duft”. Am 30. Juni kann man sich diesen Meilenstein der Modefotografie sichern. Dann wird Yves Saint Laurents Portrait in Paris zu einem Startpreis von rund 10.000 Euro angeboten.

www.christies.com


Schöner Wohnen XXL - Yves Saint Laurents Pariser Luxusbleibe steht zum Verkauf

Posted: Mai 5th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

Photo: by courtesy of CHRISTIES

Photo: by courtesy of CHRISTIES

Wohnen wie Gott in Frankreich und sich fühlen wie die Muse von Yves Saint Laurent. Ab sofort können Fashion-Süchtige die Philosophie des Pariser Mode-Großmeisters regelrecht einatmen und in die heiligen Hallen des 2008 verstorbenen Couturiers einziehen. Vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld von schlappen 23,5 Millionen Euro. Soviel soll Yves Saint Laurents 11-Zimmer-Luxuspalazzo im Herzen von Paris Saint-Germain kosten. Sein langjähriger Lebensgefährte Pierre Bergé will die Nobelresidenz jetzt veräußern, um mit seiner verlorenen Liebe abzuschließen. Der neue Eigentümer bekommt Einiges geboten: 520 Quadratmeter Luxus plus fast noch mal so viel Gartenfläche - mitten in der Pariser City. Allein der lichtdurchflutete Salon, in dem Laurent täglich seinen Aperitif zu sich nahm, hat die Dimension einer Lagerhalle. Genug Stauraum also für Kellybags, Louboutins und teures Mobiliar. In der hauseigenen Schatzkammer lassen rot lackierte Wände und eine mit Gold versiegelt Decke die legendäre Werbekampagne für Yves Saint Laurents Duftklassiker Opium wiederaufleben.

Frankreichs Staatsoberhaupt Nikolas Sarkozy und Gattin Carla Bruni sollen angeblich schon Interesse an der vornehmen Bleibe gezeigt haben. Ja, die schöne First Lady würde sich hier bestimmt wohl fühlen. Denn gleich nebenan wohnt Mick Jagger - und den kennt Carla bekanntlich gut. Wir sind also gespannt, wessen Umzugswagen demnächst vor der rue de Babylone parken.

Interessenten wenden sich bitte an das  Maklerbüro von Philippe Menager & Nicolas Hug

(Text: Martina Klose)


PIMP YOUR FRIDGE: YVES SAINT LAURENT LOVE(s) KAVIAR

Posted: März 24th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , | No Comments »

Prunier Love Caviar

Prunier Love Caviar

Es gibt Dinge deren Wow Faktor primär in ihrer unverschämten Dekadenz wurzelt. So auch beim Luxus Kaviar aus dem Hause Prunier, den gibt es nämlich auch in der Luxus Dose, heißt, das Deckelmotiv ziert eine Zeichnung von Yves Saint Laurent.

Die 125g Dose kostet in etwa genauso so viel wie ein regulärer Kühlschrank, während die Anschaffung des 250g Packerls gar von der Überlegung begleitet wird, ein Sicherheitsschloss am Eisschrank anzubringen, um die “schwarzen Diamanten” vor dem unerlaubten Zugriff gieriger Mitbewohner zu schützen. Die Verbindung von Haute Couture und Haute Cuisine geht zurück auf das Jahr 2007. Seitdem gibt es von Prunier unter dem Namen LOVE Caviar einmal im Jahr eine Sonderauflage mit Motiven des 2008 verstorbenen Modeschöpfers. Limitiert? Aber ja doch!

Aktuell erhältlich: PRUNIER LOVE CAVIAR Edition 2010
125g    € 431,25
250g   € 862,50


YVES SAINT LAURENT - NACKTE TATSACHEN EINER MODEDIVA

Posted: Februar 20th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | 2 Comments »

Freddie Mercury seen by Yves Saint Laurent, photo: art-magazin

Freddie Mercury seen by Yves Saint Laurent, photo: Yves Saint Laurent

Das Kunstmagazin “art” zeigt in seiner März Ausgabe bisher unveröffentlichte Zeichnungen Yves Saint Laurents. Die Illustrationen sind Bestandteil eines Konvoluts von über 360 Blättern, die der Modemacher zwischen 1990 und 1992 als Ausdruck der Zuneigung einem seiner Liebhaber, der auch Mitarbeiter in seinem Unternehmen war, geschenkt hatte.

Sie entstammen dem sogenannten “Marrakesch Journal”, ein gezeichnetes Tagebuch, mit dem der Couturier im Dezember 1969 begonnen hatte und Selbiges bis in die 1980er Jahre fortführte. In seiner Villa in Marrakesch fand Yves Saint Laurent Zuflucht vor den Erwartungshaltungen der französischen Haute Volée und Raum zur Auslebung seiner homoerotischen Fantasien.

Auf den Bögen zu sehen sind muskulöse Männer, teils mit freigelegtem, überdimensional großem Genital, die unter der prallen Körperspannung beinahe aus ihren hautengen Klamotten zu bersten scheinen. Stilistisch betrachtet erinnert das Ganze stark an die Ledertrinen von Tom of Finland. Ob Freddie Mercury tatsächlich blank und breitbeinig vor ihm posierte, wie hier auf dem Bild zu sehen, oder ob  reines Wunschdenken Vater der Zeichnung war, ist nicht bekannt. Die Darstellungungen geben jedoch einen interessanten Aufschluss über die sexuellen Sehnsüchte und Präferenzen des stets von Selbstzweifeln und Depressionen geplagten Modemachers, der von jeher unter seiner eigenen Homosexualität litt. Saint Laurent hätte die Zeichnungen gerne publik gemacht, doch schwuler Sex passte einfach nicht zum Image von Haute Couture und den feinen Salons des 1. Pariser Arrondissement und so blieb das Journal zu Lebzeiten des Meisters stets unter Beschluss.

Das “art” Magazin zeigt nun erstmals und weltexklusiv Auszüge aus dem pikanten Tagebuch und verrät in einem ausführlichen Artikel wie die Bilder nun doch noch in Umlauf gerieten. Dabei wird deutlich, als Modeschöpfer war Yves saint Laurent genial, als Privatperson unerträglich. Wunderschön anzusehen und absolut lesenswert!

art magazin März 2010
art magazin März 2010

www.art-magazin.de


Enthüllungsbuch: YVES SAINT LAURENT - EIN BÖSER JUNGE?

Posted: Februar 12th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

"Saint Laurent - Bad Boy!

"Saint Laurent - Bad Boy!

Marie Dominique Lelièvre ist eine ehemalige Modejournalistin und hat ein Buch über Frankreichs Nationalheiligtum Yves Saint Laurent geschrieben, dass das Gentlemen Image der Modeikone gehörig auf den Kopf stellt. Demnach war Saint Laurent´s Leben gezeichnet von Depressionen, einem intensiven Alkohol- und Drogenkonsum, und Beziehungseskapaden mit seinem Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé.

Geschichten dieser Art, über das Privatleben des 2008 verstorbenen Modeschöpfers sind nicht neu. Es war nie ein Geheimnis, dass der Pariser Modegott an Depressionen litt, Drogen nahm und schwul war. Auch wenn Letzteres im Modemikrokosmos mit Sicherheit kein Problem darstellt, so fiel es Yves Saint Laurent zeitlebens schwer seine eigene Homosexualtät zu akzeptieren. Einen möglichen Grund hierfür, sieht die Autorin im arabischen Kulturkreis, dem der in Algerien geborene Saint Laurent entstammt, wo Homosexualität als Sünde gilt und entsprechend geächtet wird.

Es sind die detaillierten Ausführungen bekannter Schwächen, die Monsieur Saint Laurent nun in einem neuen Licht erscheinen lassen. Aus über 50 Interviews mit ehemaligen Weggefährten Saint Laurents, darunter Mitarbeiter, Models, Verwandte und Ärzte schuf Lelièvere das Portrait einer herrischen und stets kränkelnden Diva, die im betrunkenen Zustand schon mal mit Aschenbechern nach umstehenden Personen schmiss.

Pierre Bergé weigerte sich der Autorin auch nur ein einziges Interview zu gewähren und bezeichnete das Werk, ohne es gelesen zu haben, als “Ansammlung von unverifiziertem Klatsch und Tratsch.”
“Aber ist das wirklich?” fragte daraufhin Laura Craik vom Londoner Evening Standard in ihrer Buchrezension.

Prominente, ob nun Schauspieler, Sänger oder Modedesigner, haben ein Image zu verteidigen, dass maßgeblich ihren Marktwert bestimmt. Verständlich das Pierre Bergé, der mit dem Namen Yves Saint Laurent auch nach dessen Ableben noch gute Geschäfte macht, das Ansehen seines Lebenswerks unbefleckt halten will.

Verständlich ist aber auch, dass Menschen Interesse haben an einer authentischer Berichterstattung über Personen, die als gesellschaftliche Leitfigur gelten, zu denen sie aufschauen und deren Produkte sie kaufen.  Zuckersüße PR-Texte und schöngeistige Philosophien über das Künstlergenie hingegen, sind weder glaubwürdig noch zeitgemäß. Reality-Formate und Casting-Shows haben den “Weg zum Ruhm” längst entmystifiziert. Talent ist da nur die halbe Miete. Teenager, die das Internet als Plattform zur Selbstvermarktung nutzen, haben dies längst begriffen, Pierre Bergé offenbar noch nicht. Legenden sind eben auch nur Menschen, so auch “Bad Boy” Yves Saint Laurent!

Marie-Dominique Lelièvre, “Saint Laurent Mauvais Garcon”
Verlag: Flammarion / Preis: 19.00 €
(bisher nur in französischer Sprache)


YVES SAINT LAURENT BY BRUCE WEBER

Posted: Januar 25th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

Stefano Pilati bat Starfortograf Bruce Weber einen Kurzfilm für die aktuelle Herrenkollektion von YSL zu drehen. Herausgekommen ist “Ain’t Nothing Like The Real Thing”, eine ästhetisch ansprechende Filmcollage, die den Spritit der 50er Jahre auf authentische  Weise verkörpert.  Uverkennbar ist dabei die Handschrift Bruce Webers: subtile Homoerotik und “boy-next-door”-Attitüde mit den den hübschesten Jungs, die der Modelmarkt derzeit zu bieten hat. Wer achtet da noch auf die Klamotten?


YVES SAINT LAURENT - NEW VINTAGE II

Posted: Dezember 19th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

ysl-new-vintage-1Aus alt mach neu sagte sich das Modehaus Yves Saint Laurent und launchte Mitte Dezember nun bereits zum zweiten Mal eine auf Nachhaltigkeit bedachte Capsule Kollektion. “New Vintage II” basiert auf den Schnitten und den Silhouetten weit zurückliegender Kollektionen des Hauses.

Das Designteam um YSL Chefdesigner Stefano Pilati entwickelte inspiriert von den alten Entwürfen, neue, zeitgenössische und miteinander kombinierbare Teile. Zur Herstellung wurden zwecks des anvisierten Vintage Charakters und des Recycling Anspruchs ausschließlich Jahrzehnte alte Stoffe aus dem Firmenarchiv verwendet.

Die Kollektion umfasst exakt 121 Teile, jedes von ihnen ist entsprechend nummeriert.  Die Intention den Look einer bestimmten Dekade  an die Bedürfnisse und den Geschmack der Gegenwart anzupassen, macht durchaus Sinn. Denn wer hat sich nicht schon auf der Suche nach einem textilen Unikat oder  dem 2nd Hand Stück, das uns möglichst individuell aussehen lassen soll, geärgert, dass die Ärmel zu kurz sind, der Hemdkragen zu lang, die Silhouette altbacken, das Revers zu breit und der 50´s Tellerrock zwar noch immer schön schwingt aber eben auch ordentlich  müffelt. Mit den Reinterpretationen des modische Vergangenen bleiben einem diese Mängel erspart. Yves Saint Laurent´s New Vintage II ist ausschließlich in den Flagshipstores in Paris, London und New York zu erhältlich. Die Kollektion bezeichnet sich als “eco-friendly”, das ist wunderbar.  Wenn jetzt auch noch die Preise consumer-friendly wären…


YVES SAINT LAURENT´s VILLA STEHT ZUM VERKAUF

Posted: August 18th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Nach dem bereits im Februar ein Teil der Kunst- und Antiquitätensammlung des verstorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent erfolgreich bei Christies in Paris versteigert wurde, steht nun auch das Feriendomizil des Moderevoluzzers zum Verkauf.

Die Villa Mabrouka (Haus des Glücks) in Hanglage der marokkanischen Stadt Tanger bietet neben einer traumhaften Gartenanlage des Landschaftsarchitekten Madison Cox, auch einen einmaligen Blick auf die Straße von Gibraltar sowie 5 Schlafzimmer. Ein Pool mit Aussicht auf das Meer ist selbstverständlich. Der Bau ist eine Oase des guten Geschmacks und von ausnahmslose guter Qualität. Für das Interior zeichnete der renommierte Inneneinrichter Jaque Grange verantwortlich. Die Villa befindet sich in einer ruhigen und gut geschützten Wohnanlage, etwa 5 Minuten von der Altstadt Tangers entfernt. Monsieur Laurent und sein Lebenspartner Pierre Bergé kauften das Anwesen 1998. Preis auf Anfrage über Christies Great Estates.

YSL´s Morocco estate

YSL´s Morocco estate


MODE BEWEGT!

Posted: Juni 28th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: , , , , , , | No Comments »

Dior, Yves Saint Laurent und Alexander McQueen haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam und doch bedienen sich alle drei Unternehmen der bewegten Bilder als zeitgemäßes Marketinginstrument.

Doch nicht nur die oben Genannten, sondern auch Chanel und Louis Vuitton setzen auf Videos als Markenbotschafter.  Aufwendig inszenierte Kurzfilme, mit prominenter Besetzung, mal mehr, mal weniger gehaltvoll. Doch für wen machen die das? Es scheint als hätten die PR- Verantwortlichen renommierter Modehäuser das Internet als relevante Werbeplattform angenommen. Wobei die Streifen allein schon aufgrund ihrer Länge nichts mehr mit dem gewöhnlichen 30 Sekunden Spot zu tun haben. Die Filme werden zumeist auf der firmeneigenen Webseite gepostet oder als Einstimmung auf die Kollektion vor der Modenschau den geladen Gästen vorgeführt. Fast immer finden die Videos ihren Weg zu YouTube und damit auch in zahlreiche fashionblogs weltweit. Mannigfaltige Verbreitung zum Nulltarif! HYPE zeigt euch im folgenden drei aktuelle Beispiele:


CALVIN KLEIN ANZEIGE ZU SEXY FÜR NEW YORK ?

Posted: Juni 17th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Sex sells! Diese Regel ist gewiss älter als Madonna, und wurde von der Popgöttin, gleich zu Beginn ihrer Kariere und zu ihrem finanziellen Vorteil verinnerlicht.

Photo by Steven Meisel

Photo by Steven Meisel

Auch die Modebranche setzt auf nackte Tatsachen um steigende Umsätze zu generieren. Posierte Yves Saint Laurent in den 70er Jahren bereits nackt aber noch brav durch seine Brille blickend auf  schwarzen Lederkissen um sein Parfum zu bewerben , hat sich die Bildsprache mittlerweile mehr in Richtung Interaktion verlagert. Die mal mehr oder wenige subtile Andeutung sexueller Handlungen ist für zahlreiche Modehäuser heutzutage Pflichtprogramm um auf ihr Produkt aufmerksam zu machen.

Tom Ford setzte bereits zu Zeiten als Gucci Creativ Director auf” JetSet Sex” und kommuniziert nun höchstpersönlich seine Lifestyle Philosophie als ein von manikürten Frauenhänden begehrter Playboy mit aufgeknöpften Hemd und behaarter Brust, um sein eigenes Label an den Mann zu bringen.

Terry Richardson for Tom Ford

Terry Richardson for Tom Ford

Nur selten entstehen um derlei Anzeigenmotive noch Kontroversen und wenn doch, so bringen sie den Unternehmen eher kostenlose PR anstatt eines monetären Schadens. Die Provokation ist somit wohl kalkuliert. Der Unterschied liegt im Detail.

Dolce&Gabbana und D´Squared setzen ihren Anzeigen, ihren Zielgruppen und privaten Vorlieben entsprechend,  auf 100% Prozent Testosteron und Homoerotik. American Apparel Gründer Dov Charney bevorzugt die frivole Schulmädchen Ästhetik und das italienische Mode Label Sisley polierte mit pikanten Werbeshots von Terry Richardson, der selbst ausschaut als sein er soeben einem 70er Jahre Porno entsprungen, sein Image auf.

Terry Richardson for Sisley

Terry Richardson for Sisley

Alles geht, solange es ästhetisch ansprechend und cool daherkommt. Nur billig ist tabu!

Aktuell sorgt das Label CK by Calvin Klein mit seinem neuen Werbemotiv für die Winterkollektion 2009 für Aufregung. Zumindest in New York. Hier prangt die Aufnahme von Star Fotograf Steven Meisel unübersehbar als riesige Werbetafel hoch über der Kreuzung East Houston und Lafayette Street.

Darin räkeln sich drei Jungs und ein Mädel auf einem blassgrünen Samtsofa. Ein bisschen Haut, ein paar Designer Jeans, das war´s! Quantitativ überwiegt das männliche Geschlecht, wodurch das Bild tendenziell “gay” anmutet. Das Unternehmen kennt eben seine Klientel.

Steven Meisel, der Anfang der 90er Jahre Madonna für ihren Bildband SEX in weitaus deftigeren Posen ablichtete, ist versiert in der Inszenierung von Erotik für seine illustren Auftraggeber. Er ist zu amerikanisch und zu clever um ein Risiko einzugehen. Dennoch sorgt seine Anzeige seit Tagen für Gesprächsstoff. Das zumeist gebrauchte Argument der Motivgegner sind die Kinder. Das Problem dürfte jedoch einzig und allein bei den Erwachsenen selbst und ihrem verklemmten Umgang mit Sexualität liegen als weniger beim Nachwuchs. Schließlich gibt es nur marginal wenige Kinder unter 13, die sich für Modefotografie interessieren. Offenbar fühlen sich vorbeigehende Eltern Erklärungsnot, wo es nichts zu erklären gibt. Die Anzeige zeigt lediglich vier attraktive Menschen, “having a good time”. Andere wiederum argumentieren mit dem fehlenden Anspruch und beklagen, dass das Werbemotiv allzu offensichtlich auf unsere niederen Instinkte abzielt um einen schnellen Dollar zu machen. Dann gibt es noch die Fraktion derjenigen, die die Kampagne mit abgeklärter Langweile als “somewhat cheesy” abtun, nach dem Motto: ” Sex? Lieber hätte ich eine gute Tasse Tee”.

Es ist diese Doppelmoral der Amerikaner, die viele Europäer angesichts solcher Debatten verständnislos den Kopf schütteln lässt. Denn Konsequenzen aus ihrer Empörung zieht das Volk nicht, Calvin Klein verkauft noch immer die meisten Unterhosen im Premiumbereich in den USA. Natürlich sind die Amerikaner nicht per se gegen Sex, nur hat dieser eben ausschließlich unter der eigenen Bettdecke stattzufinden. Tür zu, Rollade runter, Licht aus! Leider fördert die amerikanische Politik diese Haltung indem sie sich in Fragen zur Sexualerziehung stets bedeckt hält und toleriert, das bestimmte Sexualpraktiken in einzelnen Bundesstatten gar unter Strafe stehen. Das führt zwangsläufig zu einem ambivalenten Körperverhältnis.

Doch gerade dieses Verbot schafft Begierde, schließlich ist nur interessant was man nicht haben kann, und damit erklärt sich warum  trotz eines zur Schau gestellten Entsetzen, Sex sich in den USA besser verkauft als irgendwo sonst auf der Welt!